Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 19.04.2018


Klinik Innsbruck

Dr. ted. Anna heilte Plüschhund Flopp

Bis Freitag kurieren die Teddyärzte in der Klinik Innsbruck Plüschtiere und nehmen Kindern die Angst.

© AMSAMit Flopp auf dem Arm beatmet Lilli (l.) den Bär, damit Dr. ted. Anna Kosmata ihn operieren kann.Foto: AMSA



Innsbruck – Im Wartezimmer im Foyer des Kinder-Herz-Zentrums in Innsbruck geht es rund. Kopfweh, Bauchweh, schmerzende Pfoten – unter den Kuscheltieren muss eine Krankheitswelle ausgebrochen sein. So kommt es, dass scharenweise Kinder mit ihren Plüschtieren das Teddybärkrankenhaus stürmen.

Auch Lilli Achner ist mit ihren Kindergarten-Freunden vom Pechegarten zur Klinik spaziert. Flopp ist von der Rutsche heruntergefallen, vor einem Jahr schon. „Die Pfote tut ihm weh, ganz fest“, erklärt das Stoffhund-Frauerl. Gut, dass Dr. ted. Anna schnell zur Stelle ist und die Daten aufnimmt. „Wie alt ist denn der Flopp?“, fragt sie. „Sechs Jahre.“ Gleich alt wie Lilli. Beim Abhören darf sie selbst ran. Lilli schnauft tief ein und aus, um zu zeigen, was sie in Flopps Lunge gehört hat. Und was macht das Herz? „Es schlägt.“ Als die Teddydoktorin fragt, ob sich Flopp brav zweimal täglich die Zähne putzt, muss Lilli lachen. „Nein, das ist ja ein Hund.“

Weiter geht’s zu Ultraschall, EKG, Röntgen und dann muss Flopp noch in die Röhre. Tapfer lässt er alles über sich ergehen, wie Lilli, die selbst auch schon einmal im Spital war und gar keine Angst hat. Deshalb kann sie nicht recht glauben, dass dem Bär nebenan echtes Blut abgenommen wird. „Das ist doch rot wie Blut“, wirft Dr. ted. Anna ein. „Kirschen sind aber auch rot“, entgegnet Lilli. Dann operiert Dr. ted. Michael Flopp endlich den Splitter aus der Pfote und Lilli assistiert. „Jetzt braucht der Flopp ganz lang einen Gips“, ist sie sicher.

Noch bis Freitag ordinieren 350 Studenten im Teddybärkrankenhaus und kurieren ca. 1700 Kuscheltiere. Die Vormittage sind für Kindergärten und Schulen reserviert. Heute Nachmittag steht die Klinik bis 17 Uhr für alle Kinder (3–6 Jahre) und ihr Plüschtier offen. Das beliebte Projekt wird vom Verband österreichischer Medizinstudenten AMSA organisiert, um Kindern die Angst vor dem Arzt zu nehmen. (thm)


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