Letztes Update am Do, 03.05.2018 10:56

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gesundheit

Neue Therapieoption gegen akute myeloische Leukämie zugelassen

Das Medikament wird ergänzend zur Chemotherapie bei erwachsenen Patienten und Kindern ab 15 Jahren eingesetzt und stellt eine neue Behandlungsoption dar.

© dpaSymbolfoto.



Wien – Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat ein neues Medikament gegen akute myeloische Leukämie (AML) zugelassen. Das Medikament stelle eine neue Behandlungsoption dar und werde ergänzend zur Chemotherapie bei erwachsenen Patienten und Kindern ab 15 Jahren eingesetzt, informierte das Pharmaunternehmen Pfizer am Donnerstag in einer Aussendung.

AML ist eine seltene, aber rasch fortschreitende und lebensbedrohliche Form von Blut- und Knochenmarkkrebs und die häufigste Form von akutem Blutkrebs im Erwachsenenalter. In Europa werden jährlich rund 16.800 Fälle neu diagnostiziert. In Österreich erkranken jedes Jahr etwa 300 bis 340 Menschen. Mit bisherigen Therapien überlebt nur einer von vier erwachsenen Patienten mit AML länger als fünf Jahre.

Behandlungsmöglichkeiten nur leicht verbessert

Für den Großteil der Patienten steht derzeit nur eine Chemotherapie als Behandlung zur Verfügung. „Trotz intensiver Forschung haben sich die Behandlungsmöglichkeiten bei akuter myeloischer Leukämie in den letzten Jahrzehnten nur leicht verbessert. Die Prognose für Patienten ist daher leider auch heute noch schlecht“, wurde Tobias Eichhorn, Bereichsleiter Onkologie bei Pfizer Österreich, zitiert.

Das sogenannte Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Gemtuzumab Ozogamicin basiert auf einem Wirkmechanismus, der gezielt gegen Krebszellen vorgeht und gemeinsam mit einer Chemotherapie eingesetzt wird. Da das Medikament spezifisch Krebszellen erkennt, bleiben gesunde Körperzellen weitgehend verschont, hieß es in der Aussendung. Das Immunkonjugat soll nun eine deutliche Verlängerung der rückfallfreien Zeit (Remission) schaffen, die insgesamt bessere Chancen auf Heilung ermöglicht. (APA)


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