Letztes Update am Mi, 06.06.2018 13:58

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gesundheit

WHO: Menschen mit psychischen Erkrankungen benachteiligt

Laut WHO ist jeder Vierte einmal im Leben betroffen. Für viel zu wenige gebe es aber weltweit Hilfe.

© pixabaySymbolbild



Genf – Jeder vierte Mensch wird nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in seinem Leben einmal psychisch krank, aber für viel zu wenige gebe es weltweit Hilfe. „300 Millionen Menschen erkranken pro Jahr an Depressionen, 800.000 begehen Suizid“, sagte Tarun Dua von der WHO-Fachabteilung für psychische Gesundheit am Mittwoch in Genf. „Wir müssen die Hilfe für diese Menschen massiv ausbauen.“

Durch Arbeitsausfälle von psychisch Kranken gingen der Weltwirtschaft jedes Jahr eine Billion Dollar (860 Mrd. Euro) verloren. Die WHO stellte ihren 5. Atlas psychische Gesundheit vor. Danach ist im Vergleich zur ersten Atlas-Ausgabe 2014 die Rate der Suizide um acht Prozent gesunken, von statistisch 11,4 pro 100.000 Menschen auf 10,5. Angepeilt sind zehn Prozent Reduktion bis 2020.

In manchen Ländern gebe es pro 100.000 Einwohner nur eine im Umgang mit psychischen Problemen ausgebildeten Fachperson. Auch in Ländern mit hohen Einkommen müssten die Ausgaben aber deutlich erhöht werden, um allen Betroffenen gerecht zu werden.

In der WHO-Region Europa, die auch Tadschikistan, Weißrussland und die Türkei umfasst, waren die Ausgaben pro Kopf für psychische Gesundheit mit Abstand am größten: 21,7 US-Dollar (18,59 Euro) im Jahr, verglichen mit weniger als zehn Cent (0,09 Euro) in der Region Afrika. Viele Interventionen seien nicht kostenintensiv, so Dua. (APA/dpa)




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