Letztes Update am Do, 14.06.2018 09:11

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sonnenallergie

Sich für die Launen der Sonne rüsten

Nicht allen Sommerhungrigen verleiht die Sonne einen hübschen Teint. Eine Sonnenallergie kann bei allen Hauttypen auftreten. Wie man sich wirksam schützt, erklärt die Hautärztin.

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Von Sabine Strobl

Sonne macht gute Laune und lockt uns hinaus. Doch während sich die einen Sonnenhungrigen nach den ersten Badetagen über eine zarte Bräune freuen, treten bei anderen rasch juckende Pusteln und Rötungen auf. Sie leiden unter einer Sonnenallergie. „Unabhängig vom Hauttyp kann eine Sonnenallergie jeden treffen. Die Sonne scheint aggressiver geworden zu sein und die Haut anfälliger gegenüber allen Sonnenallergien“, erläutert die Innsbrucker Hautärztin Sabine Oberthaler. In unseren Breiten beginnt die „Saison“ im Frühjahr und klingt im Herbst aus.

Tückisches Sonnenlicht

Eine Sonnenallergie ist eine akute oder chronische Hauterkrankung, die durch Sonnenlicht ausgelöst wird. Sie kann bei Kindern, Frauen und Männern gleichermaßen auftreten. Es kommt zu folgenden Beschwerden: rote Flecken, Quaddeln und kleine Pus­teln, oft begleitet von Juckreiz und Brennen. Betroffen sind meist Hautbereiche, die der Sonne ausgesetzt sind wie Gesicht, Dekolleté, Arme, Rücken. Oberthaler: „Leider dringen die langwelligen UVA-Strahlen auch durch Fensterscheiben. Das wird oft unterschätzt.“ Auch bei bedecktem Himmel ist für betroffene Menschen Vorsicht angebracht.

Bislang hat die Wissenschaft die Ursachen von Sonnenallergien nicht ganz geklärt. Es gibt aber eine genetische Veranlagung. Fakt ist, dass gewisse kosmetische Produkte wie Parfums oder Cremes eine Sonnenallergie hervorrufen können. Auch Johanniskraut wird in diesem Zusammenhang genannt. Zudem vertragen sich Sonnenlicht und eine Reihe von Medikamenten nicht. Dazu zählen Antibiotika, Blutdruckmittel, entwässernde Medikamente und Antikörpertherapien .

Was kann man tun, wenn eine Sonnenallergie akut auftritt? Die Sonne muss auf alle Fälle ein paar Tage gemieden werden. Die Haut­ärztin rät zu kühlenden Umschlägen, die man mit Topfen oder Joghurt in einem Tuch selbst leicht herstellen kann. Auch kühlende Gels, z. B. mit Aloe Vera, verschaffen den betroffenen Hautpartien Erleichterung. „Bei schwereren Fällen kommen Cortisoncremes und Antihistaminika, zum Beispiel als Tabletten oder Tropfen, gegen den Juckreiz zum Einsatz.“

Urlaub trotz Mallorca-Akne

Stellt sich die Sonnenallergie Jahr für Jahr ein, können sich Patienten beim Hautarzt einer Lichttherapie unterziehen. „Die Therapie ist zwar aufwändig, aber sehr wirkungsvoll“, erklärt Oberthaler. Dabei lassen sich Patienten vor Beginn der Badesaison mehrmals pro Woche für einige Sekunden mit kurzwelligem UVB-Licht bestrahlen. Auf diese Weise wird die Haut vorsichtig und schrittweise an die Sonne gewöhnt.

Eine Sonnenallergie kann im Gegensatz zum Sonnenbrand, bei dem hellere Haut gefährdeter ist, alle Hauttypen treffen. Menschen mit einer Sonnenallergie haben aber kein höheres Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Bekanntlich sind hier häufige Sonnenbrände ein Risikofaktor.

Trotzdem, eine Sonnenallergie kann den Urlaub ziemlich verderben. Besonders jüngere Menschen denken dabei an eine Form der Sonnenallergie, die Mallorca-Akne, bei der Pusteln großflächig, begleitet von massivem Juckreiz hervorkommen. Mit klugem Verhalten kann man aber Sonnenallergien gut abfangen. Nach dem Auftreten einer Sonnenallergie empfehlen sich Sonnenschutzmittel mit Faktor 50 und geringem Fettanteil, also in Form von Sprays oder Gels. Das Sonnenschutzmittel wird während einer Bergwanderung ebenso wie an einem Badetag wiederholt aufgetragen. Hut und Sonnenschutzleibchen im Wasser schützen zudem. „Zwischen 11 und 15 Uhr ist die pralle Sonne zu meiden“, betont Oberthaler.

3 Tipps

Angemessene Kleidung. Menschen, die an einer Sonnenallergie leiden, sollten einen Hut mit breiter Krempe und im Wasser ein Rashguard-Leibchen tragen.

Sonnenschutzmittel.

Das Sonnenschutzmittel sollte einen hohen Lichtschutzfaktor haben. Nach dem Schwimmen und bei körperlicher Betätigung wird nachgeschmiert.

Langsame Gewöhnung.

Um die lästige wie unansehnliche Sonnenallergie abzufangen, wird die Haut langsam an die Sonne gewöhnt. Ein paar Minuten reichen am Beginn.




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