Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 24.06.2018


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FSME-Impfung in Tirol teuer

Obwohl Tirol österreichweit die weitaus höchste FSME-Rate hat, sind Land und Gebietskrankenkasse „säumig“, ärgert sich ein Tiroler.

© iStockphotoBis Ende Juli gibt es den FSME-Impfstoff in den Apotheken um 34,80 Euro für Erwachsene, danach wird er um 15 Euro teurer.Foto: iStock



Von Brigitte Warenski

Innsbruck – Wie betroffen Tirol von der Frühsommer-Meningoenzephalitis ist, zeigt die FSME-Quote. Hier liegt Tirol mit 4,13 FSME-Fällen pro 100.000 Einwohner österreichweit an der Spitze, gefolgt von Oberösterreich mit einer Quote von 2,57.

Obwohl die Infektionen seit Jahren in Tirol zunehmen, „sind die Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK) als auch das Land Tirol wissentlich säumig und bieten nicht wie in Oberösterreich für jeden eine leistbare Zeckenimpfung an“, ärgert sich der Tiroler Walter Katzmayr. Die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse (OÖGKK) verlangt in ihren Ambulanzen für ihre Versicherten 17,20 Euro (Erwachsene) und 13,20 (Kinder) für die Impfung. Das Land Oberösterreich impft in vielen Städten und Bezirken „jeden, egal ob er aus Bayern oder Tirol ist“, um 18,10 (Erwachsene) und 13,20 (Kinder) Euro, weiß Katzmayr, der bereits dreimal in Oberösterreich impfen war. In Tirol hingegen kostet der Impfstoff in den Apotheken derzeit 34,80 Euro (für Erwachsene) und 30,30 Euro (für Kinder), davon übernimmt die TGKK vier Euro. Ab Anfang August, wenn die Impfstoffaktion ausläuft, verteuert sich der Impfstoff um 15 Euro. Dazu kommt das Arzthonorar in der Höhe – üblicherweise – zwischen acht und zehn Euro. „Diese Kosten sind in Tirol hausgemacht, weil die Oberösterreicher sagen, dass sie mit ihren viel niedrigeren Impfgebühren kostendeckend arbeiten können“, sagt Katzmayr. In der TGKK sieht man das anders, wie Pressesprecherin Evelyne Walch sagt: „Dieses spezielle Angebot der OÖGKK ist mit enormem (finanziellen) Aufwand verbunden: So bedarf es Investitionen in den Dienststellen für Kühleinrichtungen und Notfalleinrichtungen, den Abschluss von Haftpflichtversicherungen, eigenes Personal, Aufwand für logistische Maßnahmen wie eben Ausschreibung, Einkauf, Lagerung und vieles mehr.“

Tief in die Tasche greifen müssen die TGKK-Versicherten auch beim vaginalen Ultraschall, der der Krebsvorsorge gilt. Im Gegensatz zu allen anderen Bundesländern (außer Wien) gewährt die T­GKK hier ihren Versicherten keine Zuschüsse. Doch das muss sich mit der österreichweiten Leistungsharmonisierung ändern. Mit 1.1.2019 müssen alle Krankenversicherungsträger diesen Ultraschall in ihren Leistungskatalog aufnehmen.