Letztes Update am Sa, 07.07.2018 07:14

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gesundheit

Extrem giftig: Warnung vor „Pesto di finocchietto e mandorle“

Wegen einer Kontamination mit dem Bakterium Clostridium botulinum warnt die AGES vor dem „Pesto di finocchietto e mandorle“. Es wurde auch in Österreich verkauft.

© iStock(Symbolfoto)



Wien – Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) gibt im Auftrag des Ministeriums für Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK) bekannt, dass das Nahrungsmittel „Pesto di finocchietto e mandorle - Segreti di Sicilia“ des italienischen Herstellers Segreti di Sicilia wegen einer Kontamination mit dem Bakterium Clostridium botulinum als gesundheitsschädlich beurteilt wurde.

Clostridium botulinum ist ein „Anaerobier“; das bedeutet, das Bakterium wächst nur unter sauerstoff-freien Bedingungen, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Aussendung. Es bildet hitzebeständige Sporen, die erst bei Temperaturen über 100 Grad C abgetötet werden. Die von diesem Bakterium gebildeten Nervengifte, so genannte Neurotoxine, zählen zu den stärksten Giften, die man kennt. Diese Gifte sind hitzebeständig.

Bereits 10 Nanogramm tödlich

Die von den Bakterien gebildeten Toxine sind extrem giftig: Bereits 10 Nanogramm (zehn Milliardstel Gramm) gelten für den Menschen als tödliche Dosis. Die Gifte schädigen das Nervengewebe und verursachen dadurch „schlaffe Lähmungen“. Nach zwölf bis 36 Stunden treten Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung auf. Typisch sind in der Folge Sehstörungen (Doppelbilder, Verschwommensehen, Lichtscheu), Schluckstörungen sowie eine schnell fortschreitende schlaffe Lähmung, die auch die Atemmuskulatur betrifft. Patienten/-innen mit diesen Symptomen gehören umgehend in ärztliche Behandlung. Seit Einführung der künstlichen Beatmung wurde in Österreich kein labordiagnostisch bestätigter Botulismus-Todesfall mehr dokumentiert.

Das Produkt wurde in Österreich in zwei Geschäften in Salzburg und Linz gehandelt. (APA)