Letztes Update am Di, 31.07.2018 10:39

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Infektionskrankheit

Mehr schwere Pneumokokken-Erkrankungen im vergangenen Jahr

34 Personen sind vergangenes Jahr in Österreich an einer invasiven Pneumokokken-Infektion verstorben. Die Erkrankungszahlen steigen.

© TT/BöhmSymbolfoto.



Wien – In Österreich gab es vergangenes Jahr offenbar deutlich mehr schwere Pneumokokken-Erkrankungen als im Jahr zuvor. Dies geht aus einer Aussendung des Pharmakonzerns Pfizer mit Verweis auf die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hervor.

2017 wurden demnach der Nationalen Referenzzentrale für diese Erkrankungen insgesamt 545 invasive Pneumokokken-Erkrankungen gemeldet. Das sei die bisher höchste registrierte Fallzahl gewesen. 2016 waren es 438 Fälle. 34 Personen sind vergangenes Jahr in Österreich an einer invasiven Pneumokokken-Infektion verstorben. Als Auslöser der Erkrankungen seien insgesamt 40 verschiedene Pneumokokken-Stämme identifiziert worden. Die meisten Krankheitsfälle seien jedoch einigen wenigen Stämmen zuzuordnen.

Ältere Menschen stark betroffen

„Die gute Nachricht ist, dass die meisten der in Österreich verbreiteten Pneumokokken-Stämme durch die heute verfügbaren Impfstoffe abgedeckt sind. Wer sich gegen Pneumokokken impfen lässt, reduziert somit das Risiko für schwere Erkrankungen wie Lungenentzündungen, Blutvergiftung oder Hirnhautentzündungen“, wurde Rudolf Schmitzberger, Leiter des Impfreferates der Österreichischen Ärztekammer, dazu zitiert. Die Impfung für Kinder und Erwachsene ist der beste Schutz.

Am häufigsten an einer invasiven Pneumokokken-Infektion erkrankten ältere Menschen. Die meisten Fälle wurden in der Altersgruppe der über 80-Jährigen verzeichnet (24,7 Fälle/100.000 Personen), gefolgt von den 75-79 Jährigen (20,4 Fälle/100.000 Personen) und den 65-74 Jährigen (14,4 Fälle/100.000 Personen). Ebenfalls gefährdet sind Kinder, ganz besonders jene unter fünf Jahren. In dieser Altersgruppe wurden vergangenes Jahr 28 Fälle an invasiven Pneumokokken-Erkrankungen registriert. Die Impfung hätte vor einem Gutteil der Erkrankungen geschützt. (APA)


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