Letztes Update am Mi, 29.08.2018 13:18

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gesundheit

Mehr Herzinfarkte bei starken Temperaturschwankungen

Laut Grazer Forscher sind vor allem Männer betroffen. Schneefall und niedrige Temperaturen in Zusammenhang mit körperlicher Anstrengung ist hingegen kein Faktor.

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Graz, München – Starke Temperaturschwankungen von mehr als 17,7 Grad innerhalb von 24 Stunden führen zu einer signifikanten Zunahme von Herzinfarkten und instabiler Angina pectoris (akutes Koronarsyndrom). Das haben die Grazer Mediziner Dirk von Lewinski und Klemens Ablasser herausgefunden.

Vor allem Männer sind davon betroffen, wie die Forscher der Medizinischen Universität Graz beim Europäischen Kardiologiekongress in München berichteten. Auf der Tagung, die heute, Mittwoch, zu Ende geht, kamen 31.000 Spezialisten aus 150 Ländern zusammen.

Entgegen der ursprünglichen Annahme des Forscherteams zeigte sich in Bezug auf die Häufigkeit von akuten Koronarsyndromen kein signifikanter Unterschied zwischen Tagen mit oder ohne Schneefall. Selbst an den Tagen nach Schneefall, bei denen am ehesten von körperlicher Anstrengung beim Schneeschaufeln ausgegangen werden muss, steigt das Risiko für Herzinfarkt nicht. Auch Temperaturen unter dem Gefrierpunkt beeinflussen das Auftreten von akuten Koronarsyndromen nicht signifikant, so Ablasser.

Die Forscher hatten für ihre Studie in Teilen der Steiermark und des Burgenlandes über einen Zeitraum von acht Jahren 18.075 Patienten mit akutem Koronarsyndromen ausgewertet, die zur Behandlung in ein Herzkatheter-Zentrum kamen. Wetterdaten wurden von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zur Verfügung gestellt, einschließlich stündlicher Aufzeichnungen von Schneefall, Niederschlag und Temperatur. Die Personen waren im Durchschnitt 67 Jahre alt und zu 74 Prozent Männer.

Schnee und Kälte in den Wintermonaten machen nicht nur für viele das Leben beschwerlicher, sondern können für Menschen mit Herzkreislauferkrankungen lebensbedrohlich werden. Als Auslöser für einen Herzinfarkt wurden Schneefall und niedrige Temperaturen besonders in Zusammenhang mit körperlicher Belastung im Freien, wie zum Beispiel Schneeschaufeln, vermutet. In der neuen Studie konnte das, mit Ausnahme der starken Temperaturschwankungen, nicht bestätigt werden. (APA)




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