Letztes Update am Mi, 12.09.2018 12:21

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


WHO-Gesundheitsbericht

Österreicher leben länger, aber trinken am meisten Alkohol

Die Menschen in der WHO-Europaregion – 53 Staaten von Großbritannien bis zum Kaukasus und Zentralasien – leben länger als vor einigen Jahren. Österreich ist in einer guten Position, führt aber beim Alkoholkonsum.

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London, Kopenhagen – Der Gesundheitsbericht des WHO-Europa-Büros bezieht sich auf 53 Staaten. Die Daten sind aber zum Teil relativ alt, häufig wurden sie bereits publiziert.

„Zwischen 2010 und 2015 hat sich die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt von 76,7 Jahren auf 77,9 Jahre erhöht. Durchschnittlich bedeutete das einen Anstieg um 0,24 Jahre pro Jahr“, heißt es in dem Gesundheitsbericht des WHO-Europa-Büros. Er bezieht sich auf 53 Staaten. Die Daten sind aber zum Teil relativ alt, häufig wurden sie bereits publiziert.

In Österreich stieg die Lebenserwartung von um die 70 Jahre im Jahr 1970 auf etwa 82 Jahre in Jahr 2015. Die WHO-Region lag 1970 im Durchschnitt noch knapp über dem Wert in Europa, 2015 waren es rund 78 Jahre.

Mehr Übergewichtige in ganz Europa

Beim Gesundheitsverhalten zeigt sich bei manchen Indikatoren für Österreich ein besseres Bild als im Europa-Region-Durchschnitt, bei einigen aber ein schlechteres: In Österreich hat zwischen 2010 und 2015 der Anteil der Übergewichtigen unter den über 18-Jährigen von etwas über 50 Prozent auf etwa 55 Prozent zugenommen. In den Ländern der WHO-Europaregion zeigte sich ein Paralleltrend, allerdings auf höherem Niveau: Von etwa 55 auf etwa 60 Prozent.

Leider sind manche Daten in dem Bericht aus Vergleichsgründen stark veraltet. So nahmen die Österreicher 2010 die Spitzenposition beim Alkoholkonsum ein: 38,5 Prozent der Österreicher über 15 Jahre hatten damals angegeben, in den vorangegangenen 30 Tagen zumindest einmal mehr als 60 Gramm reinen Alkohol am Tag zu sich genommen zu haben (Männer etwa 54 Prozent, Frauen etwa 24 Prozent). In Italien waren es beispielsweise bei den Männern um die neun Prozent und bei den Frauen nur etwa ein Prozent gewesen. An zweiter und dritter Stelle waren damals Litauen und Tschechien gewesen.

Ein Viertel der Österreicher über 15 Jahre raucht

Beim Rauchen liegt die Europa-Region vor anderen Weltregionen mit einem Anteil von 29 Prozent bei den Rauchern an der Bevölkerung über 15 Jahren im Jahr 2013. Die neuesten Daten aus Österreich und Europa: Etwa 24 Prozent der österreichischen Bevölkerung über 15 Jahre rauchen laut aktueller Gesundheitsbefragung der Statistik Austria täglich – im EU-Schnitt sind es laut Eurostat etwa 18 Prozent.

Weniger Masernimpfungen in Österreich

Bei den Masernimpfungen werden laut WHO-Europa durchschnittlich Durchimpfungsraten bei den Kindern von um die 95 Prozent erreicht. In Österreich waren es um 2008 hingegen deutlich weniger als 80 Prozent. Europa kämpft seit Jahren damit, das Ziel der Elimination der Masern zu erreichen. Dafür wären Durchimpfungsraten von 95 Prozent und darüber notwendig (zwei Impfungen).

Langfristig steigen die Gesundheitsausgaben: Ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt betrug in der WHO-Europaregion im Jahr 2000 durchschnittlich 6,8 Prozent, 2009 waren es 8,5 Prozent. Dann folgte ein Rückgang durch die Wirtschafts- und Finanzkrise auf ziemlich stabile 8,3 Prozent (2010) bzw. 8,2 Prozent (2014). Die Schwankungsbreite lag je nach Land zwischen 2,1 Prozent und 11,9 Prozent.

Anteil der Gesundheitsausgaben am BIP

Hier die aktuellsten OECD-Daten zum Thema des Anteils der Gesundheitsausgaben am BIP: Der Anteil am BIP lag in Österreich laut den OECD-Statistiken im Jahr 2015 bei 10,3 Prozent, im Jahr darauf bei 10,4 Prozent und wurde für 2017 auf 10,3 Prozent berechnet. In Deutschland waren es 11,1 Prozent (2015 und 2016), im Jahr 2017 11,3 Prozent. In Frankreich blieb der Anteil der Gesundheitsausgaben über die drei Jahre hinweg mit jeweils 11,5 Prozent stabil. Die weiterhin höchsten Gesundheitsausgaben im OECD-Raum – gemessen am BIP – haben die USA mit 17,2 Prozent im Jahr 2017 (2016: 17,1 Prozent; 2015: 16,8 Prozent). Die Schweiz liegt bei den OECD-Ländern an zweiter Stelle mit 11,9 Prozent im Jahr 2015, 12,2 Prozent im Jahr darauf und 12,3 Prozent im vergangenen Jahr. (APA)