Letztes Update am Do, 25.10.2018 08:00

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


VKI-Test

Von wegen gesund: Joghurtdrinks entpuppen sich als Zuckerfalle

Der Verein für Konsumenteninformation hat Joghurtdrinks unter die Lupe genommen. Der Schmäh mit der „gesunden Zwischenmahlzeit“ ist demnach nicht haltbar.

Immer mehr Lebensmittelproduzenten versuchen Zucker zu reduzieren.

© iStockImmer mehr Lebensmittelproduzenten versuchen Zucker zu reduzieren.



Wien – Milch und Milchprodukte sind zwar wichtige Nährstofflieferanten, doch die vielfach als gesund beworbenen Joghurtdrinks seien wahre Zuckerfallen, berichtete das Verbraucherschutzmagazin „Konsument“ in seiner neuesten Ausgabe. Bis zu elf Stück Würfelzucker sind in einem Getränk enthalten. Meist wird dadurch die täglich empfohlene Menge bereits überschritten.

Die Konsumentenschützer haben sich 18 Joghurtdrinks – meist mit Erdbeergeschmack – genau angesehen. Ob ein Produkt viel Süßes enthält, war bereits daran zu sehen, dass der Zuckergehalt auf der Zutatenliste auf Platz zwei nach dem Joghurt angeführt war. Den höchsten Gehalt an freiem Zucker – ohne Milch- und Fruchtzucker – hatte das „Andechser natur Bio Lassi Himbeere“ mit 12,2 Gramm auf 100 Gramm, was etwa elf Stück Würfelzucker entspricht.

Enormer Zuckergehalt

Die geringste Konzentration wurde im „NÖM Fasten Joghurt Drink Erdbeere“ mit 0,8 Gramm auf 100 Gramm sowie in der „Kärntnermilch Joghurt Drink Erdbeere mit 2,6 Gramm auf 100 Gramm gefunden. Das „NÖM“-Produkt wies laut den Testern zwar den wenigsten Zuckergehalt auf, enthält allerdings laut den Angaben gar keine Früchte, sondern lediglich Fruchtsaft.

Da diese Drinks meist auf einmal ausgetrunken werden, werden je nach Zuckergehalt mit einer einzigen Packung – meist 500 Gramm – 30 bis 45 Gramm Zucker konsumiert. Damit wird die täglich empfohlene Maximaldosis erreicht und sogar überschritten. „Man sollte sich also bewusst sein, dass man mit einem Joghurtgetränk durchschnittlich zwischen 250 und 400 Kilokalorien aufnimmt. Das entspricht einer üppigen Zwischenmahlzeit“, sagte VKI-Ernährungsexpertin Katrin Mittl dem Konsument. (APA)