Letztes Update am Mi, 12.12.2018 08:32

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gesundheit

Silvesterfeuerwerke: Gefährlicher Feinstaub in Städten in der Luft

Die Feinstaubmenge, die durch Raketen ausgestoßen wird, macht fast ein Fünftel der jährlichen Gesamtmenge durch den Straßenverkehr aus.

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© Rudy de Moor / TT(Symbolfoto)



Berlin – Der Lichterzauber der Silvesterfeuerwerke hat gesundheitlich ausgesprochen negative Folgen. Am Neujahrstag erreicht die Feinstaubbelastung laut den deutschen Lungenfachärzten Spitzenwerte, die sonst über das ganze Jahr hinweg nicht erreicht werden. Die Feinstaubmenge, die durch Raketen ausgestoßen wird, macht fast ein Fünftel der jährlichen Gesamtmenge durch den Straßenverkehr aus, warnten sie.

Die verschmutzte Luft reizt die Atemwege. Besonders stark werden dadurch kleine Kinder, Senioren und Menschen mit chronischen Erkrankungen, vor allem der Lunge und des Herzkreislaufsystems, belastet. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) rief daher dazu auf, den Gebrauch von Feuerwerkskörpern zu reduzieren oder ganz darauf zu verzichten.

Extrem hohe Werte

Laut dem deutschen Umweltbundesamt schießen die Deutschen in jeder Silvesternacht 5000 Tonnen Feinstaub mit Feuerwerkskörpern in die Luft. „Das sind extrem hohe Werte, welche die allermeisten Städte an keinem anderen Tag im Jahr erreichen“, sagte Holger Schulz vom Helmholtz Zentrum München für Gesundheit und Umwelt. Laut in Deutschland geltendem Gesetz darf der Tagesmittelwert für Feinstaub (PM10) an jeder Messstelle höchstens 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft betragen. Am Neujahrstag 2018 wurde dieser Grenzwert an 32 Stationen in Deutschland um ein Vielfaches überschritten. Besonders hoch waren die Werte in Leipzig (1860 Mikrogramm/Kubikmeter), München und Nürnberg (mehr als 1.000 Mikrogramm/Kubikmeter).

Wie schnell die Feinstaubbelastung nach dem Silvesterfeuerwerk abklingt, hängt vor allem von den Wetterverhältnissen ab. Bei windstillem Wetter kann die verschmutzte Luft mehrere Tage über der Region „liegen bleiben“ und sich in den unteren Schichten der Atmosphäre anreichern, hieß es in der Aussendung der deutschen Pneumologen. (dpa)