Letztes Update am Do, 03.01.2019 06:44

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gesundheit

Augenschäden durch Kontaktlinsen: Augen zu, Linsen raus

Kontaktlinsen sind Sensibelchen und die Augen auch. Wer schlampig damit umgeht und mit Linsen schläft, riskiert grobe Augenschäden, wie US-Mediziner kürzlich berichteten.

Linsenträger müssen sorgfältig sein.

© iStockLinsenträger müssen sorgfältig sein.



Innsbruck, Washington – Träger von Kontaktlinsen müssen jetzt stark sein – und sich zusammenreißen. Denn laut den US-Medizinern Jon Femling und Justin Baca geben Linsenträger als häufigste Marotte an, mit den Linsen in den Augen einzuschlafen. Doch schon ein kurzes Nickerchen mit Linse könne das Risiko für eine Hornhautentzündung erhöhen, schrieben die Ärzte im Fachjournal Annals of Emergency Medicine.

„Mit Kontaktlinsen zu schlafen, ist riskant und kann zu Infektionen oder in manchen Fällen zu bleibenden Schäden führen“, hieß es in dem Bericht. Die Autoren haben Daten ausgewertet und nannten Beispiele, bei denen der unsachgemäße Umgang mit Kontaktlinsen zu schwerwiegenden Problemen führte. Laut einer britischen Studie von 2008 bekommen von 10.000 Linsenträgern ein bis vier pro Jahr eine mikrobielle Hornhautentzündung.

Oliver Hoppe, Leiter des Arbeitskreises Kontaktlinsen im deutschen Berufsverband der Augenärzte, rät dringend davon ab, handelsübliche Kontaktlinsen während der Nacht zu tragen. Zwar müssten bei einer Infektion die allerwenigsten Patienten tatsächlich eine Erblindung befürchten. Geschehen könne dies aber, etwa wenn winzige Parasiten durch Mikroverletzungen in die Hornhaut eindringen. Eine mikrobielle Hornhautentzündung erfordert häufig die stündliche Gabe von Antibiotika-Tropfen.

In einem Fall geht es z. B. um einen Mann, der mehrmals in der Woche beim Schlafen Linsen trug und damit sogar schwimmen ging. Er musste wegen bakterieller und pilzartiger mikrobieller Hornhautentzündung behandelt werden. Weil sie beim Schlafen Linsen getragen hatte, entwickelte eine Jugendliche ein Hornhautgeschwür am Auge. Das führte zur Narbenbildung. Und bei einem Mann, der zwei Wochen lang die gleichen Linsen trug, stellten die Ärzte eine löchrige Hornhaut sowie eine Infektion fest. Sein Auge konnte durch eine Hornhauttransplantation gerettet werden.

Fünf Tipps zur Linsenpflege

Lukas Mayer, Inhaber von Mayer Augenoptik in Innsbruck, gibt Einblick in die optimale Pflege von Kontaktlinsen.

Mit Spezialreiniger, Daumen und Zeigefinger die Linsen immer leicht abrubbeln, bevor sie in die Linsenbehälter gegeben werden.

Aufbewahrungsflüssigkeit verwenden und die Linsen nicht etwa einfach in Leitungswasser einlegen.

Der Behälter für die Linsen sollte einmal im Monat komplett ausgetauscht werden. Das Auswaschen, z. B. im Geschirrspüler, reicht nicht.

Kontaktlinsen sollten vor dem Einsetzen ins Auge immer mit etwas Kochsalzlösung gespült werden, damit die Sicht lange klar bleibt.

Linsen und Pflegemittel müssen vom Optiker aufeinander abgestimmt sein. Bei einer Allergie kann der Umstieg auf eine Peroxid-Lösung helfen.

Fünf No-Gos für Linsenträger

Linsenträger müssen sorgfältig sein. Unbedingt zu vermeiden sind folgende Unarten, die Optiker Mayer aufzählt:

Abschlecken macht die Linse nicht sauber – Leitungswasser auch nicht. Im Gegenteil: Es besteht Infektionsgefahr!

Einschlafen (siehe Text links) mit Kontaktlinsen geht gar nicht. Laut einer britischen Studie erhöht dies die Infektionsgefahr um das 6- bis 8-Fache.

Schmutzige Hände sind Bakterienschleudern. Bevor Kontaktlinsen ins Auge eingesetzt werden, immer die Hände gründlich waschen.

Saunieren mit Linsen trübt die Sicht. Denn durch die Hitze werden die Sehhilfen deformiert und auch die Infektionsgefahr erhöht.

Farblinsen oder ahnungslos online gekaufte Kontaktlinsen können das Auge schädigen. Immer zuvor die Hornhaut durchmessen lassen. (dpa, thm)