Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 16.01.2019


Gesundheit

Regelmäßiges Saunieren schützt die Gefäße

Sehr häufiges Schwitzen in der Sauna reduziert das Herz-Kreislauf-Risiko wesentlich. Dies fanden Experten an der MedUni Innsbruck und der Universität Ostfinnland heraus.

Frauen und Männer profitieren gleichermaßen von den Saunagängen. Sie können ihr Risiko für Herzinfarkte und Co. deutlich senken.

© iStockphotoFrauen und Männer profitieren gleichermaßen von den Saunagängen. Sie können ihr Risiko für Herzinfarkte und Co. deutlich senken.



Innsbruck – Regelmäßiges Saunieren senkt das Schlaganfall-Risiko. So weit, so bekannt. Wer vier- bis siebenmal pro Woche in der finnischen Sauna schwitzt, reduziert allerdings gleich sein Risiko für sämtliche andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen um bis zu 70 Prozent.

Dies fanden Peter Willeit, Neurologe und Epidemiologe an der MedUni Innsbruck und Jari A. Leukkanen von der Universität Ostfinnland im Rahmen der Langzeitstudie KIHD (Kuopio Ischaemic Heart Disease Risk Factor Study) heraus. Erstmals konnten die Forscher zudem bestätigen, dass die Risikoverminderung für Männer und Frauen gleichermaßen zutrifft.

In der finnischen KIHD-Studie werden Daten von 1688 Männern und Frauen im Alter zwischen 53 und 74 seit Mitte der 1980er-Jahre erhoben. Darin werden u. a. Informationen zum Sauna-Verhalten abgefragt: Finnen, die vier- bis siebenmal wöchentlich die Sauna besuchten, hatten im Beobachtungszeitraum von 15 Jahren ein um 70 Prozent geringeres Risiko, durch eine Herz-Kreislauf-Erkrankung – von Herzinfarkt und Schlaganfall über Herzinsuffizienz bis hin zum Aortenaneurysma – zu sterben. Bei jenen, die zwei- bis dreimal wöchentlich saunierten, war das Risiko noch um 29 Prozent reduziert.

„Faktoren wie der Blutdruck und die Gefäßsteifigkeit werden durch das Saunieren günstig beeinflusst. Durch die Erhitzung des Körpers kommt es zu einer Erweiterung der Blutgefäße“, erklärt Willeit.

Nicht untersucht wurden die Effekte der Sauna bei bereits bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „Wer bereits einen Herzinfarkt hatte, sollte mit seinem behandelnden Arzt besprechen, welche Empfehlung gilt“, so Willeit. Vorsichtig sollten auch Patienten sein, die von Haus aus einen niedrigen Blutdruck haben. Ihnen könnte in der Sauna schwindlig werden. (thm, TT)