Letztes Update am Mi, 16.01.2019 12:42

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Plastikmüll

Wo ein Wille, da ein plastikfreier Weg

Herzzerreißende Bilder von Tieren, die an Plastikmüll elend zugrunde gehen, rütteln – zumindest kurzzeitig – auf. Fotos von vermüllten Stränden verstören. Dabei könnte jeder mit ein wenig Disziplin etwas zur Vermeidung der Plastikberge tun. Zehn Vorsätze für 2019.

Eine Robbe, die von einem Plastik-Frisbee stranguliert wurde, Schildkröten, die Plastiksäcke mit Quallen verwechseln und fressen. Das müsste nicht sein.

© iStockEine Robbe, die von einem Plastik-Frisbee stranguliert wurde, Schildkröten, die Plastiksäcke mit Quallen verwechseln und fressen. Das müsste nicht sein.



Von Theresa Mair

1. Es muss nicht immer neu sein: Plastik bekommt oft ein zweites Leben in recycelter Form – als Tasche, Kuli oder Einkaufskorb zum Beispiel. Apropos Wiederverwendung: In Zeiten, in denen in Windeseile neue Handys produziert werden, bietet es sich an, ein zeitgemäßes, aber gebrauchtes Gerät günstig zu erstehen.

2. Im Unverpackt-Laden und auf Märkten einkaufen. In Innsbruck gibt es mehrere Möglichkeiten, Essen und Hygieneartikel lose einzukaufen. Damit gebietet man nicht nur der Müllverschmutzung Einhalt – sondern auch der Lebensmittelverschwendung. Denn man kauft genauso viel, wie man wirklich braucht.

3. Mehrweg-Gemüsenetze – zugegeben auch aus Kunststoff – gibt es in mehreren Supermärkten zu kaufen. Damit verhindert man, dass Tomate und Co. in der Handtasche verloren gehen und verzichtet doch darauf, jedes Mal ein neues Plastiksackerl zu verschwenden. Tipp: auch Wurst und Käse darin einpacken lassen.

4. Fortgeschrittene kaufen Zero-Waste-Produkte. Flüssige Duschgels, Shampoos und Zahnpasten enthalten oft noch Mikroplastik-Partikel. Wer diese nicht auf Haut und in den Abfluss lassen will, der besorgt sich Zahnputz-Tabletten, Seifen und Shampoos in Stückform. Das spart auch Verpackungsmüll.

5. Waschmittel, Flüssigseife und Cremes nachfüllen. Bei der Seifenfabrik Walde kann man Seife nachfüllen. Dm testet im Innsbrucker dez eine Abfüllstation für Wasch- und Geschirrspülmittel. Die steirische Kosmetik-Firma Ringana nimmt zehn leere Glasflaschen zurück und tauscht sie gegen ein volles Produkt.

6. Veganer machen selber Milch. Menschen mit Laktose-Unverträglichkeit greifen oft auf Soja- oder Mandelmilch aus dem Tetrapak zurück. Den Müll kann man sich sparen, sagt Engin Dogan vom Innsbrucker Unverpackt-Laden Greenroots: Mandeln oder Sojabohnen in Wasser kochen, pürieren, abseihen, fertig!

7. Coffee to go – wenn es sein muss. Aber dann bitte den Kaffee von daheim im eigenen Thermo-Becher mitnehmen und im Geschäft wiederbefüllen lassen oder eine Tasse unter den Automaten stellen. In Innsbruck fallen nämlich täglich bis zu 17.000 Einweg-Becher als Müll an.

8. Pfand-Glasflaschen und Jausenboxen verwenden. Wer sich das Essen in der Jausenbox mitnimmt, vermeidet Müll. Es ist auch einen Versuch wert, sich den Aufschnitt in einer mitgebrachten Box verpacken zu lassen. Wer darauf verzichten mag, dass sich Plastikmüll daheim türmt, verwendet Pfandflaschen aus Glas.

9. Tücher aus Bienenwachs halten die Umwelt frisch. Ein Tipp für Fortgeschrittene: Frischhaltefolie aus Kunststoff ist zwar praktisch, aber nicht gerade ökologisch vertretbar. Bienenwachs-Tücher erfüllen denselben Zweck. Im Internet finden sich zahlreiche Anleitungen, wie man diese selber herstellen kann.

10. Gewöhnungsbedürftig, aber umweltfreundlich. Schon klar, sich die Zähne mit einer Holz-Zahnbürste zu putzen oder statt Tampons wiederverwendbare Menstruationstassen ist nicht Jedermanns Sache. Von Wegwerfwindeln auf Stoffwindeln umzusteigen, mag umständlich sein. Es erfreut aber die Umwelt.




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