Letztes Update am Do, 24.01.2019 16:53

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gesundheit

Edelweiß ist die österreichische Arzneipflanze 2019

Extrakte aus verschiedenen Pflanzenteilen des domestizierten Edelweiß werden zur Behandlung von Bauchschmerzen, Herzkrankheiten, vor allem aber gegen Ruhr und Durchfall eingesetzt.

Das Alpenedelweiß wird seit Jahrhunderten in der traditionellen Volksmedizin verwendet.

© istockDas Alpenedelweiß wird seit Jahrhunderten in der traditionellen Volksmedizin verwendet.



Wien – Das Edelweiß, die wohl bekannteste Alpenpflanze mit der lateinischen Bezeichung Leontopodium nivale ssp. alpinum ist die österreichische Arzneipflanze 2019. Obwohl es zu den streng geschützten Alpenpflanzen gehört, wird es aus Wildsammlung schon über Jahrhunderte als Arzneipflanze genutzt, hieß es in einer Aussendung.

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„Aufgrund einiger erst in den letzten Jahren entdeckten Inhalts-bzw. Wirkstoffe finden sich Edelweiß-Extrakte heute vor allem in Kosmetika“, erläuterte Chlodwig Franz, Vizepräsident der HMPPA (Herbal Medicinal Products Platform Austria). Nachdem die Nachfrage jedoch nicht aus Wildsammlung gedeckt werden könne, habe man in den letzten zwei Jahrzehnten im Zuge eines Projekts zur Domestikation von Alpenpflanzen in der Schweiz auch Edelweiß in Kultur genommen. Auf der Grundlage von Biodiversitätsstudien wurde die Sorte Helvetia gezüchtet.

Das Alpenedelweiß wird seit Jahrhunderten in der traditionellen Volksmedizin verwendet, hieß es weiter. „Extrakte aus verschiedenen Pflanzenteilen wurden zur Behandlung von Bauchschmerzen, Erkrankungen des Respirationstraktes, Herzkrankheiten, vor allem aber gegen Ruhr und Durchfall eingesetzt“, betonte Hermann Stuppner, Präsident der HMPPA vom Institut für Pharmazie/Pharmakognosie der Universität Innsbruck.

Mehr als 60 Inhaltsstoffe charaktarisiert

Insgesamt konnten bisher mehr als 60 Inhaltsstoffe aus den oberirdischen Anteilen bzw. den Wurzeln von Edelweiß isoliert und strukturell charakterisiert werden. Diese sind großteils den drei Substanzklassen Flavonoide, Kaffeesäurederivate und Terpene zuzuordnen. Die Forschung über Edelweiß habe in jüngster Zeit große Fortschritte erzielt und werde weitergeführt. Das Ende 2006 gegründete Netzwerk HMPPA entwickelt - nach eigenen Angaben - zufolge Naturstoffe und pflanzliche Arzneistoffe und setzt Erkenntnisse über deren Wirkung gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft nach modernsten wissenschaftlichen Standards um. (APA)