Letztes Update am Mi, 13.02.2019 06:59

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Höhepunkt steht noch bevor: Die Grippe grassiert in Tirol

Die diesjährige Krankheitswelle steuert ihrem Höhepunkt entgegen. Sie hat später begonnen als noch im Vorjahr, verläuft bisher schwächer. Experten raten zu Hygienemaßnahmen.

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Von Benedikt Mair

Innsbruck — Mit triefender Nase, nervigem Husten und brummendem Schädel schleppen sich derzeit viele Tiroler durch den Tag. Außerdem sind in den letzten Tagen die Krankschreibungen in die Höhe geschnellt. Ein unmissverständliches Zeichen dafür, dass die diesjährige Grippewelle ihrem Gipfel entgegensteuert. Sie hat später begonnen als noch im Vorjahr — vom Diagnostischen Influenzanetzwerk Österreich wurde die Warnung drei Wochen später als 2018 ausgesprochen. „Im Schnitt ist der Verlauf bisher auch etwas schwächer", sagt Landessanitätsdirektor Franz Katzgraber.

Dass die Grippewelle etwas langsamer anläuft als 2018, zeigt auch eine Erhebung der Tiroler Gebietskrankenkasse. In der vierten Kalenderwoche gab es rund 3200 Krankschreibungen. Das sind fast 15 Prozent weniger als noch im Vorjahr. Die Statistik erfasst alle Infekte der oberen Atemwege. Sprich: sowohl die klassische Influenza-Grippe wie auch gewöhnliche grippale Infekte. Wobei Letztere mit über 80 Prozent die überwiegende Mehrzahl der Krankschreibungen ausmachen, während die Influenza nur auf fünf Prozent kommt.

Noch mehr Erkrankungen möglich

Sanitätsdirektor Katzgraber glaubt, dass die Zahl der Erkrankungen bis nächste Woche noch ansteigen könnte. Einen medizinischen Grund dafür, dass die Grippewelle in diesem Jahr später begonnen hat, gibt es keinen. Schwankungen gebe es hierbei immer wieder, sagt er. „Sie wird deshalb aber auch erfahrungsgemäß länger dauern. Ob es dennoch bei dem vergleichsweise schwachen Verlauf bleibt, kann auch erst dann mit Gewissheit gesagt werden."

Katzgraber führt aus, dass sich „besonders für chronisch Kranke, Übergewichtige, ältere Menschen und Schwangere eine Impfung empfiehlt, denn sie ist der einzige wirksame Schutz vor der Influenza". Alle anderen sollten sich laut dem Sanitätsdirektor zumindest an gewisse Hygiene-Normen halten. So sei es ratsam, nicht in die Hand zu niesen, sondern in die Ellenbeuge, und größere Menschenansammlungen zu meiden. „Wer sich krank oder angeschlagen fühlt, sollte gleich zu Hause bleiben. Auch um andere nicht anzustecken", mahnt Katzgraber. Empfehlenswert sei es zudem, sich regelmäßig die Hände zu waschen, mit Seife, rund 20 Sekunden lang.

"Mundschutz stand nie zur Diskussion"
  • Die Grippe geht um und erst kürzlich haben mehrere Masern-Fälle für Verunsicherung gesorgt. Auch deshalb haben Krankenhäuser in der Steiermark so genannte Hygiene-Hotspots aufgestellt. Bei diesen können Patienten und Besucher nicht nur die Hände desinfizieren, sondern auch einen Mundschutz entnehmen. In Tirol findet dieses System keine Verwendung.
  • Im Landeskrankenhaus Innsbruck setze man etwa darauf, dass infektiöse Patienten schon beim Betreten des Gebäudes separiert werden, erklärt Josef Lettenbichler, der Leiter der dortigen Hygieneabteilung. „Wir haben mit dieser Methode bisher sehr gute Erfahrungen gemacht, weshalb die Ausgabe von Mundschutz noch nie zur Diskussion stand. Es gibt aber in jeder Ambulanz und jeder Station selbstverständlich Spender mit Desinfektionsmittel", erklärt Lettenbichler. (bfk)