Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 15.02.2019


Feinstaub

Feinstaub-Grenzwerte: Abgas-Rebellen rechneten falsch

Deutsche Lungenärzte zweifelten Grenzwerte für Stickoxide und Feinstaub an.

Die Gefährlichkeit von Luftschadstoffen wie Stickoxiden für die Gesundheit wurde von deutschen Ärzten in Zweifel gezogen.

© imagoDie Gefährlichkeit von Luftschadstoffen wie Stickoxiden für die Gesundheit wurde von deutschen Ärzten in Zweifel gezogen.



Berlin – Vor gut drei Wochen sagten rund 130 Lungenfachärzte öffentlich, dass die geltenden Grenzwerte für Stickoxide und Feinstaub wissenschaftlich nicht hinreichend begründet seien. Das Papier löste eine öffentliche Debatte aus. Einem Bericht der Berliner Tageszeitung taz zufolge enthält die Studie mehrere Zahlen- und Rechenfehler. Die Autoren der Stellungnahme räumten Fehler ein, an der Grundaussage ändere dies jedoch nichts.

Laut taz seien die Lungenärzte beim Vergleich mit der Schadstoffbelastung durch Rauchen von falschen Ausgangswerten ausgegangen, außerdem seien Umrechnungen fehlerhaft. Köhler reagierte mit einer Ergänzung, die einige der vorgeworfenen Fehler berichtigt. „Insgesamt ändern diese kleinen Korrekturen natürlich nichts an der Gesamtaussage, dass die so genannten Hunderttausenden von Toten durch Feinstaub und NO2 sowie die daraus verursachten Krankheiten in Europa nicht plausibel sind“, beharrte Initiator und Wortführer Dieter Köhler.

Der deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer hatte die Initiative der Lungenärzte begrüßt und eine „ganzheitliche Sichtweise“ eingemahnt, das Bundesumweltministerium und die Grünen wiesen die Kritik der Mediziner zurück. Auch von Fachkollegen kam Widerspruch: So betonten pneumologische Fachgesellschaften und Berufsverbände, die Auswirkungen von Stickoxiden für die Gesundheit seien gut belegt, die Grenzwerte begründet. (dpa)