Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 14.03.2019


Weltschlaftag

Tiroler Forscherin wird Welt-Schlaf-Präsidentin

Pünktlich vor dem Welt-Schlaf-Tag am Freitag ist Birgit Högl zur neuen Präsidentin der World-Sleep-Society designiert worden.

Die Neurologin Birgit Högl ist seit 20 Jahren als Schlafforscherin in Innsbruck tätig und international renommiert.

© MUI/Florian LechnerDie Neurologin Birgit Högl ist seit 20 Jahren als Schlafforscherin in Innsbruck tätig und international renommiert.



Innsbruck – Als Expertin für Schlafstörungen aller Art hat sich Birgit Högl, Leiterin des Schlaflabors an der Uniklinik für Neurologie in Innsbruck, längst einen Namen gemacht. Zweimal war sie Präsidentin der Österreichischen Schlafgesellschaft, für die Europäische Schlafforschungs-Gesellschaft richtete sie einen Kongress in Innsbruck aus. Högl ist langjähriges Vorstandsmitglied der Welt-Schlaf-Gesellschaft, ihr Team kann auf Kooperationen mit Schlafforschern und Universitäten auf der ganzen Welt verweisen.

Angesichts dieser Leistungen erscheint es als weiterer logischer Schritt, dass Högl ab September als Präsidentin für die kommenden zwei Jahre die Geschicke der Welt-Schlaf-Gesellschaft leiten wird. Das teilte gestern, pünktlich vor dem Welt-Schlaf-Tag, der am Freitag begangen wird, die Innsbrucker Med-Uni mit.

Doch kann die umtriebige 56-Jährige, die seit 20 Jahren in Innsbruck tätig ist, bei so vielen Aufgaben selbst noch ausreichend schlafen? „Ja“, sagt sie, „ich nehme mir die Zeit dafür, weil ich weiß, wie wichtig gesunder Schlaf ist.“ Glücklicherweise würde sich auch in der Bevölkerung zunehmend das Bewusstsein für die Wichtigkeit des Schlafs durchsetzen. „Die Leute warten nicht mehr so lange, bis sie Schlafstörungen abklären lassen.“ Guten Schlaf könne man mit speziellen Programmen, die auch in Innsbruck angeboten werden, lernen. Zwar nicht von heute auf morgen, aber mit professioneller Unterstützung und Zeit.

Als Präsidentin möchte Högl, die in Innsbruck zuletzt v. a. am Restless-Legs-Syndrom und der REM-Schlaf-Verhaltensstörung geforscht hat, besonders die Ausbildung interdisziplinärer Schlafforscher vorantreiben. Ihr Ziel ist es auch, Informationen über die Bedeutung des Schlafs für die Gesundheit unter die Leute zu bringen.

Zum Motto des Welt-Schlaf-Tags, „Gesunder Schlaf = Gesundes Altern“, sagt sie: „Es ist wichtig, dass man im jungen, mittleren und späteren Erwachsenenalter weiß, dass das Gehirn beeinträchtigt wird, wenn man sich langfristig weniger als sieben bis neun Stunden pro Nacht Zeit für den Schlaf nimmt.“ Damit steige das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und auch für neurodegenerative Krankheiten wie Demenz. „Wer gesund alt werden will, soll darauf achten, genug zu schlafen.“ (thm)