Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 10.04.2019


Gesundheit

Miteinander der Dienstleister: Gesund machen ohne Machtkampf

Wenn Ärzte, Psychotherapeuten und Energetiker den Heilungsprozess der Patienten miteinander begleiten, könnte das sogar Kosten sparen, sagen Experten.

Teamwork von Ärzten, Psychotherapeuten und Heilern soll den Patienten helfen, rascher schwere Erkrankungen zu bekämpfen.

© Getty ImagesTeamwork von Ärzten, Psychotherapeuten und Heilern soll den Patienten helfen, rascher schwere Erkrankungen zu bekämpfen.



Wien – Ärzte kümmern sich um die körperliche Befindlichkeit ihrer Patienten, Psychotherapeuten lösen seelische und emotionale Störungen. Und Heiler haben die Erreichung einer körperlichen und energetischen Ausgewogenheit zum Ziel. Letzteres steht so in einer Broschüre der Wirtschaftskammer über die Berufsgruppe der Energetiker, die unter dem Titel „persönliche Dienstleister“ firmieren. Dass aus dem Nebeneinander der drei Berufsgruppen ein Miteinander wird, ist das Ziel von Anneliese Fuchs. „Miteinander“ hieß demzufolge das bereits zweite von der Psychologin und Psychotherapeutin veranstaltete Symposion, das vergangene Woche in Wien stattfand.

Die Wienerin Fuchs ist Gründerin des Instituts IDEE (Initiative für dynamische Persönlichkeitsentwicklung) und verfolgt einen ganzheitlichen Zugang. Jahrelang habe sie in der Praxis „Machtkämpfe zwischen Ärzten, Psychotherapeuten, aber auch anderen Berufsgruppen“ beobachtet. Ein Kampf, der „immer negativ für den Patienten“ war, erzählt Fuchs. Sie ist überzeugt, dass „die Zeit des Kampfes, des Verdrängungswettbewerbes auch in der Wirtschaft vorbei ist. Wir gehen in eine völlig neue Zeit, in der wir kooperieren.“ Statt der „Verdienstmöglichkeiten des Arztes, Psychotherapeuten oder Heilers“ werde dann „das Wohl des Patienten“ im Vordergrund stehen.

Die erste interdisziplinäre Tagung fand im Vorjahr in Dürnstein statt. Wie die Kooperation der drei Disziplinen in der Praxis aussehen kann, wurde dort diskutiert. Und zur detaillierten Ausarbeitung in Arbeitsgruppen – geleitet jeweils von einem Arzt, Psychotherapeuten und Heiler – delegiert. Nach mehreren Monaten intensiver Auseinandersetzung zu den Themen Alter, Verantwortung oder Schizophrenie ist ein Fazit von Fuchs: „Wenn wir den Menschen ganzheitlich begleiten, führt das zu mehr Effizienz.“ Und davon könnte auch das Gesundheitssystem profitieren. Denn die Zusammenarbeit führe auch zu einer Verkürzung der Therapie. Erfahrungen seien vorhanden, in der Onkologie gebe es die Kooperation zwischen Schulmedizin und alternativen Therapien bereits, weiß Fuchs. Die Expertin hofft, demnächst konkrete Zahlen vorlegen zu können, wie viel durch ein neues Miteinander der Berufsgruppen eingespart werden kann. (ritz)

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.