Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 12.04.2019


Bezirk Kufstein

Traumata und Gelenke: Neuer Primar will BKH Kufstein spezialisieren

Ab August leitet Thomas Herz die Orthopädie und Traumatologie am

Kufsteiner Krankenhaus. Er will das Angebot für Gelenksersätze ausbauen.

Verbandsobmann Rudolf Puecher (r.) und sein Vize Josef Dillersberger (l.) sind sicher, mit Thomas Herz (M.) den richtigen Kandidaten für die Primarstelle der Orthopädie und Traumatologie gefunden zu haben.

© HrdinaVerbandsobmann Rudolf Puecher (r.) und sein Vize Josef Dillersberger (l.) sind sicher, mit Thomas Herz (M.) den richtigen Kandidaten für die Primarstelle der Orthopädie und Traumatologie gefunden zu haben.



Von Jasmine Hrdina

Kufstein – Der Sommer bringt für das Kufsteiner Bezirkskrankenhaus einige Veränderungen mit sich. Ab 1. August erhält die Unfallchirurgie nicht nur einen neuen Primar, sondern auch einen neuen Namen: Künftig wird der Kufsteiner Thomas Herz die „Orthopädie und Traumatologie“ leiten. Neben dem Traumaschwerpunkt – das BKH Kufstein soll hier überregional an Bedeutung gewinnen – will der 43-Jährige insbesondere den Ausbau im Bereich Gelenksersatz mit Prothesen (etwa künstliche Hüftgelenke) vorantreiben. „Traumatologie und Orthopädie sind zwei artgleiche Bereiche und verschwimmen immer mehr miteinander“, erklärt der Facharzt, der künftig ein 19-köpfiges Ärzteteam anführen wird. Für die Patienten soll es in absehbarer Zeit „Spezialteams“ geben, die auch im ambulanten Bereich arbeiten.

Dass der Wahl-Kufsteiner und Familienvater der richtige Kandidat für den Chefposten ist, davon ist Verbandsleiter Rudolf Puecher überzeugt: „Als Kufsteiner kennt er die Region und hat wertvolle Kontakte zu den niedergelassenen Ärzten hier.“ Carl Miller, Ärztlicher Direktor, begründet die Entscheidung auch mit der Kompetenz des 43-Jährigen. „In zehn Jahren gibt es keinen Facharzt für Unfallchirurgie mehr, weil er abgeschafft wurde. Wir haben uns bemüht, jemanden zu finden, der ein breites Feld abdeckt und den jungen Kollegen im Doppelfach etwas beibringen kann.“

Herz wechselt als Oberarzt der Orthopädie des BKH St. Johann in die Festungsstadt, zuletzt leitete er ein Spezialteam für Fuß- und Sprunggelenkschirurgie. Der geborene Welser lebt seit seiner Kindheit in Tirol, studierte Medizin in Innsbruck und absolvierte bereits seinen Turnus am Kufsteiner Krankenhaus. Er ist außerdem Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Fußchirurgie. Dass er als Wahl-Kufsteiner viele Patienten auf der Straße treffen wird, stört den Mediziner nicht. „Im Gegenteil, ich sehe das positiv, denn ich schätze dieses Kleinstadtflair hier“, erklärt Herz.

Die Stelle des Primars an der (noch) Unfallchirurgie war seit dem unerwarteten Tod von Helmut Breitfuß im vergangenen Jahr vakant, zwischenzeitlich leitete Thomas Bichlmair die Station. In der Fachabteilung wurden im vergangenen Jahr 2772 Operationen durchgeführt und mehr als 22.000 Patienten versorgt.

Wie es mit einem etwaigen Ausbau des Krankenhauses weitergehen wird, darüber hält sich Miller zugeknöpft. Man wolle erst den neuen Regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG) des Landes abwarten.