Letztes Update am Do, 11.04.2019 15:58

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Künstliche Befruchtung

Erstmals Kind mit Erbgut von drei Menschen zur Welt gekommen

Der Chromosomensatz der Mutter wurde in die Eizelle einer anderen Frau geschleust, aus der vorher Erbmaterial entfernt worden war. Im Labor wurde diese mit einer Samenzelle des Vaters befruchtet.

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Athen - In Griechenland ist weltweit erstmals erfolgreich ein Kind mit dem Erbgut von drei Menschen gezeugt worden, um einer unfruchtbaren Frau zu eigenem Nachwuchs zu verhelfen. Das Baby, ein Bub, sei am Dienstag mit einem Gewicht von 2.960 Gramm zur Welt gekommen, teilte das griechische Behandlungszentrum Institute of Life (IVF) am Donnerstag in Athen mit.

Bei der Mutter handelte es sich demnach um eine 32-jährige Griechin, bei der zuvor mehrere In-vitro-Befruchtungen fehlgeschlagen waren. Die nun angewendete Methode, bei der eine entkernte Eizelle, das isolierte Erbgut einer anderen Frau und die Samenzelle eines Mannes miteinander verschmolzen werden, war bereits 2016 in Mexiko zur Anwendung gekommen. Damals ging es aber nicht um Hilfe für eine unfruchtbare Patientin, sondern darum, die Übertragung einer Erbkrankheit zu verhindern.

Arzt stolz auf „Innovation in künstlicher Befruchtung“

Ein griechisch-spanisches Ärzteteam um den Embryologen Panagiotis Psathas hatte einen Chromosomensatz der Mutter mit den Erbinformationen in die Eizelle einer Eizellspenderin geschleust, aus der zuvor das genetische Material entfernt worden war. Diese zusammengesetzte Einzelle wurde dann im Labor mit einer Samenzelle des Vaters befruchtet und danach in die Gebärmutter der Mutter eingesetzt.

„Heute wird das unveräußerliche Recht einer Frau, Mutter durch ihr eigenes Erbgut zu werden, zum ersten Mal weltweit eine Realität“, erklärte Psathas, der das Institute of Life leitet. „Als griechische Wissenschafter sind wir sehr stolz, eine Innovation in der künstlichen Befruchtung zu verkünden.“ Nun hätten Frauen, bei denen In-vitro-Befruchtung schon mehrmals gescheitert seien oder die unter bestimmten Erbkrankheiten litten, die Möglichkeit, ein eigenes Kind zu bekommen, betonte Psathas. (APA/AFP)