Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 14.05.2019


Exklusiv

Masern-Schwerpunkt im Unterland ist nur ein Zufall

Laut Landessanitätsdirektion lassen sich aus den jüngsten Masernfällen in Kufstein keine Rückschlüsse über die Impfbereitschaft ziehen.

Die Landessanitätsdirektion Tirol empfiehlt vor allem Personen zwischen 20 und 50 Jahren, ihren Masern-Impfstatus zu überprüfen und, wenn notwendig, sich ein zweites Mal impfen zu lassen.

© imago stock&peopleDie Landessanitätsdirektion Tirol empfiehlt vor allem Personen zwischen 20 und 50 Jahren, ihren Masern-Impfstatus zu überprüfen und, wenn notwendig, sich ein zweites Mal impfen zu lassen.



Von Nikolaus Paumgartten

Kufstein, Innsbruck – Schon wieder ein Masernfall – und wieder im Bezirk Kufstein. Wie berichtet, wurde der erkrankte Mann vergangene Woche umgehend isoliert und zur weiteren Behandlung ins Bezirkskrankenhaus Kufstein gebracht. Es handelt sich heuer bereits um den vierten Masernfall in Tirol. Und der Eindruck, dass die Erkrankung in jüngerer Vergangenheit vor allem im Tiroler Unterland aufgetreten ist, täuscht nicht, wie ein Blick auf die Statistik verrät. Denn tatsächlich wurden alle vier Fälle in Kufstein diagnostiziert. Vergangenes Jahr wurde eine Erkrankung in Innsbruck gemeldet, im Jahr zuvor waren es zehn in Kufstein, 2013 gar zwölf in Kitzbühel. Insgesamt wurden in den vergangenen zehn Jahren in Tirol 71 Masernerkrankungen registriert, alleine 30 davon in Kitzbühel und Kufstein mit jeweils 15 Fällen. Innsbruck führt die Statistik mit 16 Erkrankungen an, auf dem dritten Platz landet der Bezirk Innsbruck-Land mit 13 Erkrankungen.

Bei der Landessanitätsdirektion geht man allerdings von keiner ganz spezifischen Systematik eines Bezirkes aus. Den Schluss, dass im Unterland weniger fleißig gegen Masern geimpft werde als in anderen Teilen Tirols, könne man aus der Statistik jedenfalls nicht ziehen, erklärt Anita Luckner-Hornischer von des Landessanitätsdirektion.

Im Gegenteil: Besonders der letzte Ausbruch in Kufstein Anfang des Jahres sei sehr schnell zu Ende gegangen, es habe keine Folgefälle gegeben, was auf eine gute Durchimpfungsrate der Bevölkerung und auf erfolgreiche behördliche Maßnahmen schließen lasse, heißt es seitens der Landessanitätsdirektion. Der jüngste Fall könne außerdem nicht mit den letzten Fällen in Kufstein in Zusammenhang gebracht werden, diese seien viel zu lange her – nämlich jenseits der doppelten Inkubationszeit.

Anita Luckner-Hornischer rät dringend dazu, mit einem Blick in den Impfpass seinen eigenen Impfstatus zu überprüfen. Vor allem Personen zwischen 20 und 50 Jahren seien aufgrund der laufenden Änderungen der Impfpläne oft nur einmal gegen Masern geimpft worden. Die zweite notwendige Impfung sollte in diesem Fall nachgeholt werden, die Impfung ist kostenlos.