Letztes Update am Sa, 25.05.2019 15:17

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gesundheit

Zwanghaftes Sexualverhalten und Videospielsucht neue Krankheiten

Die Weltgesundheitsorganisation hat ihren Krankheiten-Katalog erstmals seit fast 30 Jahren neu gefasst. Auch zwanghaftes Sexualverhalten und Videospielsucht wurden nun gelistet.

Wenn Videospiele zur Sucht werden, handelt es sich nun offiziell um eine Krankheit.

© APA (Hochmuth)Wenn Videospiele zur Sucht werden, handelt es sich nun offiziell um eine Krankheit.



Genf – Zwanghaftes Sexualverhalten und Video- oder Online-Spielsucht sind nun international anerkannte Gesundheitsstörungen. Beide sind in der neuen „Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-11)“ aufgeführt, die am Samstag bei der Jahrestagung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) formell angenommen wurde, wie die WHO mitteilte.

Der Katalog ist erstmals seit fast 30 Jahren neu gefasst worden. Er listet 55.000 Krankheiten, Symptome und Verletzungsursachen auf. Ärzte registrieren ihre Diagnosen künftig mit den neuen Codes. Für krankhaftes Video- oder Online-Spielen ist es „6C51“, für zwanghaftes Sexualverhalten „6C72“. Damit können präzisere Statistiken erstellt und Gesundheitstrends besser dokumentiert werden, wie Robert Jakob, Gruppenleiter Klassifikationen (ICD) bei der WHO, zuvor sagte.

Alle WHO-Mitglieder sollen ihren Krankheiten ab Anfang 2022 nach dem neuen Katalog erfassen. Die Vollversammlung der mehr als 190 WHO-Mitgliedsländer in Genf geht am Dienstag (28.5.) zu Ende. (dpa)