Letztes Update am Mi, 26.06.2019 09:29

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


VKI-Test

Sonnencreme im Test: Wieder siegte eine Eigenmarke

Teuer heißt nicht immer besser: Auch in diesem Jahr hat beim Sonnenschutzmittel-Test des VKI das Produkt einer Eigenmarke die Nase vorn. Ob gewisse UV-Filter tatsächlich die Aktivität von Hormonen beeinflussen können, ist noch nicht ausreichend erforscht.

Der VKI hat wieder Sonnenschutzmittel unter die Lupe genommen.

© Getty Images/iStockphotoDer VKI hat wieder Sonnenschutzmittel unter die Lupe genommen.



Wien – Ein gutes Sonnenschutzmittel hält den ausgelobten Schutzfaktor ein und versorgt zusätzlich die von UV-Strahlung, Sand und Wasser ohnehin strapazierte Haut mit Feuchtigkeit, meinen die Experten vom Verein für Konsumenteninformation (VKI). Sieger des jedes Jahr durchgeführten Tests ist einmal mehr eine Eigenmarke.

Untersucht wurden acht Produkte mit Lichtschutzfaktor (LSF) 30 und sechs mit Faktor 50. Die Sundance Sonnenmilch von dm mit Faktor 30 hatte knapp die Nase vorn. 100 Milliliter des „sehr guten“ Erzeugnisses kosten 1,73 Euro. Unmittelbar dahinter und als „gut“ bewertet landeten in dieser Kategorie die Sun Schutz & Pflege Sonnenmilch von Nivea und die Sun Sensitive Delicate Softening Milk von Lancaster. (Vor einem Jahr schon hatten mehrere Eigenmarken Bestnoten eingefahren, Cien Sun von Lidl, Today von Penny und Rewe sowie Sunkiss von Spar sind weiterhin erhältlich.)

Bei den 50er-Faktor-Erzeugnissen wurden die Mittel von Jean & Len (Sonnenspray Sensitiv, 100 Milliliter kosten 5,18 Euro) und Müller (Lavozon, 100 ml a 1,98 Euro) mit „sehr gut“ bewertet. Zwei Präparate, die den Schutzfaktor laut den Konsumentenschützern nicht einhalten, wurden als „nicht zufriedenstellend“ eingestuft, darunter die Sun Sonnencreme von Speick, die mit 10,39 Euro für 100 Milliliter zu den teuersten zählte, sowie ein Spray von Rituals.

Gefahr noch nicht ausreichend erforscht

Manche UV-Filter stehen im Verdacht, endokrin wirksam zu sein: Sie können womöglich die Aktivität von Hormonen beeinflussen. Ein solcher Stoff ist Ethylhexyl Methoxycinnamate, der in zwei Produkten steckte. Mitte Mai veröffentlichte die Europäische Kommission zwei Listen mit jeweils 14 weiteren Stoffen, bei denen eine endokrine Wirksamkeit vermutet wird. Ob sie tatsächlich schädlich sind, ist auch hier noch unklar. In Nivea und den beiden Naturkosmetika Alverde und Lavera, die auf chemische UV-Filter ganz verzichten, fand sich keine dieser 28 Substanzen. „Alle anderen Produkte im diesjährigen Sonnenschutzmittel-Test enthalten einen oder mehrere dieser Stoffe“, berichteten die Konsumentenschützer.

Sonnenlicht ist wichtig, weil es die Vitamin-D-Synthese der Haut anregt. Es wird aber zur Gefahr, wenn wir zu viel davon abbekommen. Die langwellige UVA-Strahlung lässt die Haut altern, verursacht Irritationen und fördert die Entstehung von Hautkrebs. Zu viel UVB-Strahlung macht Sonnenbrand und erhöht ebenfalls die Krebsgefahr. (APA)