Letztes Update am So, 30.06.2019 12:35

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Die Hornhaut an den Füßen hat viele Vorteile

US-Wissenschafter haben sich mit der Hornhaut an Füßen beschäftigt. Ein Ergebnis: Sie sieht zwar nicht immer gut aus, ist für den Körper aber vorteilhafter als gedacht.

Hornhaut wird oft bekämpft, hat aber viele Vorteile.

© Getty Images/iStockphotoHornhaut wird oft bekämpft, hat aber viele Vorteile.



Wer im Sommer barfuß geht, merkt schnell, dass Hornhaut die Füße schützt. Daher wird angenommen, dass die Füße durch die verdickte Hautschicht weniger empfindlich auf Reize reagieren. Das hat nun ein Forscherteam von der Harvard University in Cambridge (USA) widerlegt.

Die Wissenschafter untersuchten demnach die Füße von 81 Kenianern und 22 Amerikanern. Manche trugen regelmäßig Schuhe und manche gingen, nach eigener Aussage, immer barfuß. Wie angenommen, hatten die Menschen, die barfuß gehen, eine um etwa dreißig Prozent dickere und härtere Hornhautschicht unter den Füßen.

Doch den Reiz, den ein Vibrationsgerät auf den Sohlen auslöste, spürten alle gleich stark. Die Autoren der Studie gehen somit davon aus, dass die Empfindlichkeit der Nervenenden in den Füßen durch die verdickte Hautschicht nicht beeinträchtigt wird.

In weiteren Tests wurden die Auswirkungen von Hornhaut und Schuhsohlen auf das Gehen untersucht. Die Teilnehmer gingen dafür über eine Kraftmessplatte oder auf speziellen Laufbändern, die den Druck beim Auftreten messen. Es zeigte sich, dass nur Schuhsohlen, nicht aber die Hornhaut, das Gehen änderten.

Je stärker der Schuh gepolstert war, desto stärker veränderte sich das Verhältnis der Kräfte, die auf den Fuß wirken. Die genauen Folgen müssten noch erforscht werden.

Schuhe haben Auswirkungen

Angenommen wird jedoch, dass die Schuhe Auswirkungen auf den gesamten Körper haben. So würde die Belastung auf Gelenke und das Skelett durch gepolsterte Schuhsohlen dauerhaft verändert. Dies könnte zu Krankheiten führen und dazu, dass Menschen eher stürzen. Die Wissenschafter empfehlen daher, dass gerade sturzgefährdete, ältere Menschen Schuhe mit dünnen und möglichst starren Sohlen tragen sollten, wie zum Beispiel bestimmte Sandalen.

Gepolsterte Schuhsohlen seien nämlich erst mit der industriellen Revolution für die breite Allgemeinheit erschwinglich geworden, der Körper hätte bis dahin mit der eigenen Hornhaut auf natürliche Weise für einen bequemeren Gang gesorgt. Schuhe haben, wie viele Erfindungen, zwar Vorteile wie Schutz und Komfort, aber eben auch Nachteile, schließen die Forscher.

Hornhaut entsteht übrigens, weil Basalzellen tief in der Haut Keratinozyten (Hornbildende Zellen) produzieren. Diese wandern Richtung Hautoberfläche und produzieren dabei die Hornsubstanz Keratin. Am Ende dieser Verhornung sterben sie und lösen sich von der Haut ab. Die Studie der US-Wissenschafter wurde im Fachmagazin Nature veröffent­licht. (dpa)