Letztes Update am Do, 18.07.2019 08:43

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Krebsforschung

Rückfälle bei Leukämie gehen auf eine Art Super-Krebszelle zurück

Krebsstammzellen sind der Ausgangspunkt für tödliche Rückfälle nach einer zunächst erfolgreich behandelten Krebserkrankung. Schweizer Forscher haben erfolgversprechende Ansätze für eine Therapie entwickelt.

3D-Bild von Krebszellen. (Symbolfoto)

© iStock3D-Bild von Krebszellen. (Symbolfoto)



Basel – Nach der Therapie geht es Patienten mit Akuter Myeloischer Leukämie oft besser. Viele erleiden jedoch tödliche Rückfälle. Diese Rückfälle gehen auf Krebszellen mit speziellen Überlebenstricks zurück. Einen davon beschreiben nun Basler Forschende. Und wie man ihn ausschaltet.

Sie ähneln Stammzellen, den Alleskönnern unter den Zellen, aus denen sich die verschiedenen Zelltypen und Gewebe entwickeln. Das macht so genannte Krebsstammzellen so gefährlich. Sie sind der Ausgangspunkt für tödliche Rückfälle nach einer zunächst erfolgreich behandelten Krebserkrankung.

Zum einen sind sie resistenter gegen Chemotherapien, zum anderen können sie die Vernichtung durch Immunzellen selektiv umgehen. Einen Mechanismus, wie ihnen das gelingt, beschreiben Forschende um Claudia Lengerke von der Universität und dem Universitätsspitals Basel mit deutschen Kollegen im Fachblatt Nature. Für ihre Studie fokussierten die Wissenschafter auf sogenannte Leukämische Krebsstammzellen, die bei Akuten Myeloischer Leukämie (AML) auftreten.

Neue Möglichkeit für die Therapie

Diese Krebsstammzellen sind sozusagen Super-Krebszellen: Sie tragen zwar die gleichen genetischen Veränderungen wie die anderen Krebszellen des jeweiligen Patienten. Darüber hinaus besitzen sie aber stammzelltypische Mechanismen, mit denen sie ihr Überleben sichern, schrieb die Uni Basel am Donnerstag in einer Mitteilung.

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Beispielsweise verstecken sich die Krebsstammzellen vor so genannten natürlichen Killerzellen, einem Typ von Immunzellen, indem sie ein bestimmtes Molekül auf ihrer Oberfläche nicht mehr produzieren. Dieser Versteck-Mechanismus wird durch ein Enzym namens PARP1 vermittelt, das die Krebsstammzellen produzieren, berichten die Forschenden.

Daraus ergibt sich ein möglicher Ansatz, die Krebsstammzellen für das Immunsystem wieder sichtbar zu machen: In Versuchen mit Mäusen konnten Stoffe, die PARP1 hemmen, den Versteck-Mechanismus unterdrücken. Das Oberflächenmolekül wurde wieder von den Krebsstammzellen produziert, und sie wurden von Immunzellen zerstört.

Solche Ansätze könnten helfen, damit Immuntherapien gegen Krebs wirksamer sind, zeigte sich Lengerke gemäss der Mitteilung überzeugt. (APA/sda)