Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 25.07.2019


Bezirk Kitzbühel

Auch Kinder können Diabetes haben



St. Johann i. T. – Weltweit nimmt die Anzahl der Kinder und Jugendlichen mit Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“) zu. Jährlich erkranken in Österreich ca. 250 bis 300 Kinder und Jugendliche neu, Tendenz in den letzten Jahrzehnten ständig steigend, wobei das Erkrankungsalter immer niedriger wird. Franz Martin Fink, Leiter der Kinderabteilung des BKH St. Johann: „Gerade deshalb ist Aufklärungsarbeit von immenser Bedeutung.“

Wichtig ist die Kenntnis der Symptome und dass man gegebenenfalls auch frühzeitig an Diabetes denkt. So könnte man vermeiden, dass die Erkrankung zu spät – im Zustand einer lebensbedrohlichen Stoffwechselentgleisung – erkannt wird, erklärt Marta Bognar, leitende Oberärztin der Diabetesambulanz der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am BKH.

Die Symptome oder Krankheitsanzeichen bestehen meistens schon seit mehreren Wochen bis Monaten: ständiges Durstgefühl, häufiges Toilettegehen, neu auftretendes Bettnässen, Gewichtsabnahme trotz Heißhungers, Müdigkeit, Leistungsabfall.

Die Diagnose kann mittels Blut- und Harnuntersuchung schnell gestellt werden. Der Blutzucker ist zu hoch, weil Insulin fehlt und dadurch der Zucker im Körper nicht mehr verarbeitet wird.

Die regionale Anlaufstelle für Kinder- und Jugendliche mit Verdacht auf oder mit bereits diagnostizierter Diabetes mellitus ist die Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde des BKH. Hier werden seit 2004 laufend Kinder mit Diabetes mellitus Typ I aus dem Tiroler Unterland und dem Pinzgau behandelt und bis zum Erreichen des Erwachsenenalters über viele Jahre medizinisch begleitet. In Zusammenarbeit mit der Innsbrucker Kinderklinik wurde ein Team etabliert. (TT)