Letztes Update am Mi, 14.08.2019 13:29

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Verbraucherschutz

AK: Kein Mückenstecker im Test empfehlenswert

Die getesteten Produkte sind entweder giftig, wirkungslos oder töten auch andere – mitunter gefährdete – Insekten. Als Alternativen werden deshalb Gitter, Netze oder Ventilatoren empfohlen.

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© dpa/Patrick PleulSymbolfoto



Wien – Das nervtötende Summen einer Gelse im Schlafzimmer raubt so manchem Nacht für Nacht den Schlaf. Um die Quälgeister zu vertreiben, greifen Konsumenten daher gerne zu Insektensteckern. Öko-Test hat neun verschiedene Produkte mit unterschiedlicher Wirkungsweise getestet und kann keines bedenkenlos empfehlen, schrieb die Arbeiterkammer (AK) OÖ am Mittwoch in einer Aussendung.

Auch andere Insekten werden geschädigt

Bei sogenannten Biozidverdampfern wird ein Insektengift erhitzt, es verdampft und verteilt sich so in der Luft. Das bedeutet jedoch, dass diese keineswegs harmlosen Stoffe nachts über mehrere Stunden eingeatmet werden. Dies kann, so die Konsumentenschützer, insbesondere für Kinder und Asthmatiker problematisch sein. Zudem können die Substanzen auch andere Insekten schädigen. Prallethrin, ein häufig eingesetzter Wirkstoff, sei etwa für Bienen giftig, so die Tester.

Fazit

Biozidverdampfer: giftig

Ultraschallpiepser: wirkungslos

Hochspannungslichtfallen: tödlich für alle Insekten


Den Test in voller Länge gibt's hier: https://ooe.arbeiterkammer.at/service/testsundprei...

Dies ist auch ein Hauptproblem von Hochspannungslichtfallen, bei denen eine UV- oder LED-Lampe Insekten anlockt und diese - sobald sie das Hochspannungsgitter berühren - mit Stromstößen von 800 Volt oder mehr tötet. Gelsen geraten jedoch nur selten in diese Fallen - umso häufiger hingegen andere Insektenarten, teils auch gefährdete. Denn Gelsen orientieren sich weniger an Licht, sondern eher am Geruch bzw. der Kohlendioxid-Konzentration in der Atemluft ihrer Opfer.

Als völlig wirkungslos erwiesen sich im Test Ultraschallpiepser, die Impulse im Hochfrequenz- oder Ultraschallbereich aussenden und damit Mücken vertreiben sollen. Die Wirkung dieser so verlockend klingenden Helfer - ganz ohne Gift und störende Töne in der Nacht - konnte jedoch noch in keiner Studie bestätigt werden.

Lieber auf Gitter, Netze oder Ventilatoren zurückgreifen

Die Arbeiterkammer rät als Alternative zu Insektensteckern dazu, die Plagegeister beispielsweise mit Fliegengittern an den Fenstern oder Moskitonetzen über dem Bett fernzuhalten. Zudem mögen Gelsen Ventilatoren nicht - in warmen Sommernächten können diese also in doppelter Hinsicht eine Wohltat sein. Und schließlich biete es sich auch an, gezielt auf die Jagd nach den Stechmücken zu gehen. (APA)