Letztes Update am Sa, 17.08.2019 11:52

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gesundheit

Mysteriöse Lungenerkrankung: E-Zigaretten als möglicher Auslöser

In den USA untersuchen die Gesundheitsbehörden eine mysteriöse neue Lungenkrankheit, die möglicherweise vom Gebrauch elektronischer Zigaretten ausgelöst wird.

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© dpa/Marcus BrandtSymbolfoto



Washington – In 14 US-Bundesstaaten untersuchen Gesundheitsbehörden rund 100 Fälle mysteriöser Lungenerkrankungen, die im Zusammenhang mit dem Gebrauch von E-Zigaretten stehen. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene seien betroffen, hieß es. Eine große Anzahl von Kranken wurde ins Krankenhaus eingeliefert, einige liegen auf der Intensivstation und müssen beatmet werden, berichtete die Washington Post.

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Bis Freitag seien mindestens 31 Fälle bestätigt worden, und Dutzende weitere würden untersucht. Die medizinischen Behörden erklärten, es sei unklar, ob sich die Patienten vollständig erholen werden.

Auch viel „Selbstgebrautes“

Die Erkrankten klagten über Atemschwierigkeiten, Kurzatmigkeit und stechende Schmerzen in der Brust, bevor sie ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Auch Fieber, Husten, Übelkeit und Durchfall werden als Symptome aufgeführt. Laut Behördenangaben sei nicht klar ob die Erkrankungen mit den Geräten selbst oder mit bestimmten Inhaltsstoffen der so genannten „Liquids“ zusammenhängen. Die Patienten hätten das Verdampfen einer Vielzahl von Substanzen beschrieben, darunter Nikotin, Produkte auf Marihuana-Basis und Selbstgebrautes.

Die Ärzte hatten schon früher „vereinzelte Fälle“ von Lungenerkrankungen gesehen, die mit dem Verdampfen zusammenhängen, aber sie hatten bis jetzt kein Muster identifiziert, erklärte die Ärztin Emily Chapman von der Kinderklinik Children’s Minnesota gegenüber der Washinton Post.

Kaum Wissen über Langzeitfolgen

Die Fälle seien sehr schwierig zu diagnostizieren, weil die Symptome zu Beginn der Erkrankung nach einer normalen Infektion aussehen würden, es aber zu schweren Komplikationen und langen Krankenhausaufenthalten kommen könne. Die Behandlung mit Antibiotika und Sauerstoffzufuhr führe bei einigen Erkrankten zu keiner Besserung der Symptome, manche mussten trotz intensiver Behandlung an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden, weil ihr Atemsystem versagt habe, so die Ärztin.

Für Chapman ist der Zusammenhang der Krankheit mit E-Zigaretten allerdings evident. Man habe zuvor schon „vereinzelte Fälle“ von Lungenkrankheiten gesehen, die von E-Zigaretten ausgelöst worden sein dürften. Ein Muster zeige sich aber erst bei den jüngsten Erkrankungen. „Ich denke, es ist wichtig festzuhalten, dass das Dampfen von E-Zigaretten von vielen für sicher gehalten wird, obwohl wir eigentlich noch kaum etwas darüber wissen“, meinte Chapman. (TT.com)

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E-Zigaretten erfreuen sich seit einigen Jahren steigender Beliebtheit, besonders bei der jüngeren Zielgruppe. Die Geräte erhitzen mit einem Heizelement eine meist nikotinhaltige Flüssigkeit, die meist auf Basis von Glycerin zusammengemischt wird, und bringen sie so zum Verdampfen.

Tatsächlich ergab eine Studie der National Academies of Sciences, Engineering and Medicine im Jänner 2018, dass E-Zigaretten weniger schädlich als konventionelle Zigaretten sein dürften, aber immer noch ein Gesundheitsrisiko darstellen. Etliche Untersuchungen zeigten, dass E-Zigaretten gesundheitsgefährdend sein können und unter Umständen ebenfalls das Krebsrisiko erhöhen.




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