Letztes Update am Do, 22.08.2019 08:36

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


USA

Mysteriöse Lungenerkrankung durch E-Zigaretten? Zahl der Betroffenen steigt

Das Rätselraten um eine mysteriöse Lungenerkrankung in den USA geht weiter. Die Gesundheitsbehörde CDC berichtet mittlerweile von 153 Betroffenen in 16 Bundesstaaten.

Symbolfoto.

© APA (dpa)Symbolfoto.



New York — Die Zahl der in den Vereinigten Staaten gemeldeten Fälle schwerer Lungenprobleme nach der Benutzung von E-Zigaretten steigt an. Die Gesundheitsbehörde CDC berichtete am Mittwoch (Ortszeit) von insgesamt 153 Verdachtsfällen von Ende Juni bis zum 20. August in insgesamt 16 Bundesstaaten.

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Zwar hätten alle Fälle gemeinsam, dass zuvor mit einer E-Zigarette geraucht wurde, trotzdem habe man bisher kein bestimmtes Produkt ausfindig machen können, das mit allen Erkrankungen in Verbindung stehe. Es gibt viele verschiedene E-Zigaretten und Tausende sogenannte Liquids — also Flüssigkeiten, die verdampft werden — mit Aromen.

Hinweise auf einen Erreger, durch den Infektionen verursacht worden sein könnten, gebe es weiterhin nicht, erklärte die Behörde. In vielen Fällen allerdings hätten die Betroffenen angegeben, die psychoaktive Substanz THC, die auch in Cannabis vorkommt, genommen zu haben. Vor wenigen Tagen hatte die CDC (Centers for Disease Control and Prevention) noch von knapp 100 Betroffenen berichtet. Als Beschwerden listen sie Atembeschwerden, Atemnot und Brustschmerzen auf. Dazu kamen in einigen Fällen Magen-Darm-Erkrankungen mit Erbrechen und Durchfall. Zusammen mit der Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) werde man die Erkrankungen weiter untersuchen, hieß es.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg hatte einen Zusammenhang zwischen den Symptomen und E-Zigaretten als „plausibel" bezeichnet. Es habe bereits in der Fachliteratur einzelne Berichte über spezielle Formen von Lungenentzündungen in Zusammenhang mit dem Konsum von E-Zigaretten gegeben. Die FDA hatte im Frühjahr bereits einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Krampfanfällen und der Nutzung von E-Zigaretten geprüft. (APA/dpa)

Hintergrund

  • E-Zigaretten erfreuen sich seit einigen Jahren steigender Beliebtheit, besonders bei der jüngeren Zielgruppe. Die Geräte erhitzen mit einem Heizelement eine meist nikotinhaltige Flüssigkeit, die meist auf Basis von Glycerin zusammengemischt wird, und bringen sie so zum Verdampfen.
  • Tatsächlich ergab eine Studie der National Academies of Sciences, Engineering and Medicine im Jänner 2018, dass E-Zigaretten weniger schädlich als konventionelle Zigaretten sein dürften, aber immer noch ein Gesundheitsrisiko darstellen. Etliche Untersuchungen zeigten, dass E-Zigaretten gesundheitsgefährdend sein können und unter Umständen ebenfalls das Krebsrisiko erhöhen.