Letztes Update am Do, 05.09.2019 10:54

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Masern

Auf Fernreise angesteckt: Masernfall im Bezirk Kitzbühel

Im Bezirk Kitzbühel ist ein Masernfall aufgetreten. Die erkrankte Person wird laut Landessanitätsdirektion derzeit im Bezirkskrankenhaus St. Johann behandelt.

Masern gehen mit grippeähnlichen Symptomen und später einem charakteristischen Hautausschlag einher.

© imago stock&peopleMasern gehen mit grippeähnlichen Symptomen und später einem charakteristischen Hautausschlag einher.



Kitzbühel – Einen Fall von Masern meldete die Landessanitätsdirektion Tirol am Mittwoch. Laut Aussendung habe sich ein Urlauber – er war nicht geimpft – während einer vorangehenden Fernreise angesteckt. Er werde derzeit im Bezirkskrankenhaus St. Johann behandelt. Seitens der Bezirkshauptmannschaft Kitzbühel und der Landessanitätsdirektion Tirol seien umgehend alle notwendigen Maßnahmen gesetzt worden, um zu verhindern, dass weitere Personen angesteckt werden.

Derzeit würde auch die Abklärung der Kontaktpersonen der erkrankten Person stattfinden, um diese über den Krankheitsfall zu informieren und deren Impfstatus zu überprüfen. „Nicht geimpfte Kontaktpersonen, die Symptome von Masern entwickeln, sollen jedenfalls ab den ersten Krankheitsanzeichen zu Hause bleiben und persönliche Kontakte mit anderen Menschen meiden“, so Bezirkshauptmann Michael Berger. Außerdem sei so rasch wie möglich der Amtsarzt an der BH Kitzbühel telefonisch zu informieren. Mit dem Hausarzt sollen man zunächst nur telefonisch Kontakt aufzunehmen.

Masernfälle in Tirol (E*Erkrankung; T* Tod)
Masernfälle in Tirol (E*Erkrankung; T* Tod)
- Land Tirol

„Kränker“ als bei einer einfachen Erkältung

In den letzten zehn Jahren gab es insgesamt 77 Masernfälle Tirol. Heuer sind bereits zehn Erkrankungen gemeldet worden. Der letzte gemeldete Fall betraf ein Kind aus dem Bezirk Imst, auch ungeimpft, das sich ebenfalls auf einer Reise nach Asien angesteckt hatte. Erste Symptome von Masern sind ansteigendes Fieber, trockener Husten und Bindehautentzündung. Nach drei bis vier Tagen tritt der typische, rote, fleckige Hautausschlag auf, der am Kopf beginnt und sich über den ganzen Körper ausbreitet. Die Patienten würden sich dabei „kränker“ fühlen als bei einer einfachen Erkältung. Generell gelte man mit zwei Masern-Mumps-Röteln-Impfungen als geschützt.

Gleichzeitig betont Anita Luckner-Hornischer von der Landessanitätsdirektion die Sinnhaftigkeit von Reiseimpfungen, um sich im Ausland keinen unnötigen gesundheitlichen Risiken auszusetzen: „Viele Infektionskrankheiten, die in Österreich selten vorkommen, sind in anderen Ländern weitverbreitet.“ Die mit einer individuellen Beratung verbundenen Reiseimpfungen würden Reisende wirksam vor gefährlichen Erkrankungen schützen.“ (TT.com)