Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 19.09.2019


Gesundheit

Hoher Blutwert mit niedriger Bekanntheit

Christian Schrock fördert die Aufmerksamkeit für hohe Lp(a)-Werte und Innsbrucker Forscher mit 160.000 Euro.

Florian Kronenberg, Stefan Coassin (v. l.) und Vizerektorin Manuela Groß (r.) trafen das Ehepaar Schrock an der Med-Uni Innsbruck.

© MUI/BullockFlorian Kronenberg, Stefan Coassin (v. l.) und Vizerektorin Manuela Groß (r.) trafen das Ehepaar Schrock an der Med-Uni Innsbruck.



Innsbruck – Der US-amerikanische Arzt Christian Schrock und seine Ehefrau Mary haben unlängst der Medizinischen Universität Innsbruck einen Besuch abgestattet – mit einem Vertrag über 160.000 Euro im Gepäck. Schrock, Gründer und Präsident der Non-Profit-Organisation „Lp(a) CARE“ fördert mit dem Geld die Lp(a)-Forschung von Florian Kronenberg, Stefan Coassin und dem Team des Instituts für Genetische Epidemiologie. „Lp(a) CARE hat es sich zum Ziel gesetzt, Aufmerksamkeit für Lp(a) zu schaffen. Wir sind stolz darauf, dass sie unsere Forschung unterstützt“, sagt Kronenberg.

In Schrocks Familie spielt der Blutwert Lipoprotein(a) oder kurz Lp(a) eine große Rolle. Einer seiner Söhne hat aufgrund eines sehr hohen Lp(a)-Werts schwere Herzprobleme und bereits mehrere Stents. Während allerdings über Cholesterin so gut wie jeder Bescheid weiß, haben nur wenige Menschen jemals von Lp(a) gehört. Dabei verstopfen hohe Konzentrationen ähnlich wie beim Cholesterin die Gefäße.

Ein Fünftel der Bevölkerung hat erhöhte Lp(a)-Werte. Nach den neuen Leitlinien sollte Lp(a) zumindest einmal im Leben bei jedem Menschen gemessen werden. Lp(a) wird strikt vererbt – und bis dato gibt es keine für die Lp(a)-Senkung zugelassenen Medikamente. Um die Gefahr zu reduzieren, steht momentan die Minimierung aller weiteren bekannten Herz-Kreislauf-Risikofaktoren im Vordergrund.

Innsbruck spielt laut Kronenberg eine „zentrale Rolle auf der Landkarte der Lp(a)-Forschung“. Er und Coassin haben Schrock beim Europäischen Atherosklerose-Kongress kennen gelernt und sich für die Lp(a)-Geschichte der Familie interessiert. Das hat die Schrocks beeindruckt. „Mit dieser Unterstützung wollen wir uns künftig noch mehr auf Familien fokussieren, in denen sehr hohe Lp(a)-Konzentrationen bekannt sind.“

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Es gibt aber noch eine gute Nachricht: 2020 geht ein Medikament in die dritte klinische Testphase. Dann muss es beweisen, dass es nicht nur Lp(a) senkt, sondern damit auch die kardiovaskulären Zwischenfälle zurückgehen. (thm)