Letztes Update am Sa, 28.09.2019 11:15

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


USA

Krank durch E-Zigaretten: US-Gesundheitsbehörde hat konkrete Spur

THC-Produkte und Schwarzmarkt-Marke könnten Verursacher, der sich in den USA häufenden Lungenerkrankungen nach dem Konsum von E-Zigaretten sein.

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© dpa/Marcus BrandtSymbolfoto



Washington – Auf der Suche nach der genauen Ursache von Hunderten Lungenerkrankungen nach dem Konsum von E-Zigaretten verfolgen die US-Behörden offenbar konkrete Spuren. Von 514 befragten Patienten gaben 77 Prozent an, mit ihren E-Zigaretten Produkte mit dem Cannabis-Wirkstoff THC konsumiert zu haben, teilte Anne Schuchat von der US-Gesundheitsbehörde CDC am Freitag mit.

Nur 16 Prozent der Befragten gaben demnach an, ausschließlich Nikotin-Produkte geraucht zu haben. Die CDC hatte in der Vergangenheit bereits mitgeteilt, dass viele der Erkrankten THC-Produkte konsumiert hatten. Nun nannte sie aber zum ersten Mal konkrete Zahlen. Als weitere Spur ergaben sich Produkte der Schwarzmarkt-Marke Dank Vapes.

Über 800 Betroffene

In den US-Bundesstaaten Illinois und Wisconsin, in denen die Häufung von Lungenerkrankungen nach dem E-Zigarettenkonsum zuerst aufgefallen war, hatten 66 Prozent der befragten Erkrankten diese Produkte gekauft. Anfang September hatte auch der Bundesstaat New York diese Marke als möglichen Verursacher der Erkrankungen genannt.

In den vergangenen Monaten traten in den USA bereits bei 805 Menschen nach dem Konsum von E-Zigaretten Lungenerkrankungen auf. Viele von ihnen mussten auf einer Intensivstation behandelt werden, zwölf Patienten starben. Die Betroffenen sind zumeist männlich und jung. Die Hälfte der Patienten sei unter 23 Jahre alt, führte Schuchat aus. Ihre Behörde wisse aber noch „nicht genau, was die Leute krank macht“. Schuchat rechnet nach eigenen Angaben mit weiteren Todesfällen.

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Behörden schreiten vermehrt ein

Elektrische Zigaretten, bei denen nikotinhaltige Flüssigkeit verdampft wird, haben in den USA und in vielen anderen Ländern in den vergangenen Jahren enorm an Beliebtheit gewonnen. Mittlerweile schreiten die Behörden jedoch zunehmend ein. Anfang der Woche verhängte Massachusetts als erster US-Bundesstaat ein vorläufiges Verbot für alle E-Zigaretten. Die kalifornische Metropole San Francisco hatte bereits im Juli ein entsprechendes Verbot erlassen.

Die Bundesstaaten Michigan und New York hatten kürzlich ein Verbot von aromatisierten E-Zigaretten verhängt – Elektrozigaretten mit süßlichen oder nach Menthol schmeckenden Zusatzstoffen sind besonders bei jungen Leuten sehr beliebt. Der Bezirksrat von Los Angeles den Verkauf von E-Zigaretten mit Aromastoffen aus. (APA, AFP)