Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 24.10.2019


Exklusiv

Innsbrucker Chirurg gelang Weltpremiere im Operationssaal

Der aus Innsbruck stammende Chirurg Johannes Bodner hat erstmals einer Patientin mit Lungenkrebs ohne Vollnarkose minimalinvasiv einen Lungenflügel entfernt. Die Frau atmete während der OP selber.

Bodner führte Instrumente und Kamera über kleine Schnitte zur Lunge und operierte mithilfe eines Bildschirms. Die Patientin hätte jederzeit aufwachen können.

© München KlinikBodner führte Instrumente und Kamera über kleine Schnitte zur Lunge und operierte mithilfe eines Bildschirms. Die Patientin hätte jederzeit aufwachen können.



Von Theresa Mair

München – Es war eine leise Weltpremiere Ende November 2018 in einem OP-Saal der München Klinik Bogenhausen. Das lag zum einen daran, dass es ein Dreivierteljahr gedauert hat, bis die Öffentlichkeit Wind von dem revolutionären Eingriff bekam. Der andere, erstaunlichere Grund dafür ist, dass es während der Operation tatsächlich „mucksmäuschenstill“ sein musste, wie sich der Innsbrucker Johannes Bodner, Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie, erinnert. „Wir konnten, wenn überhaupt, nur flüstern, waren auf unser jahrelang erarbeitetes blindes Vertrauen im Team angewiesen“, schildert Bodner. Denn jedes laute Geräusch hätte dazu führen können, dass die Patientin auf dem OP-Tisch aufwacht, sich bewegt und in eine lebensbedrohliche Situation gerät.

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