Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 24.10.2019


Innsbruck-Land

Einige Fälle von Krätze an der Volksschule in Axams

Die ansteckende und stark juckende Haut­erkrankung wird durch Parasiten verursacht und über Hautkontakt übertragen. Die betroffenen Kinder mussten vorübergehend zu Hause bleiben.

Der Befall durch Krätzmilben löst bei den Betroffenen einen starken Juckreiz aus. Eine Behandlung schlägt binnen weniger Stunden an.

© iStockphotoDer Befall durch Krätzmilben löst bei den Betroffenen einen starken Juckreiz aus. Eine Behandlung schlägt binnen weniger Stunden an.



Von Nikolaus Paumgartten

Axams – Die Information ging vergangene Woche per Rundschreibe­n der Direktion an die Eltern: An der Volksschule Axams wurde bei einigen Kindern Krätze festgestellt. Die ansteckende und stark juckende Haut­erkrankung wird durch Parasiten verursacht und über Hautkontakt übertragen. Die betroffenen Kinder mussten vorübergehend zu Hause bleiben und behandelt werden.

Wie viele Krankheitsfälle konkret vorliegen, wolle man an dieser Stelle nicht sagen, erklärt Anita Luckner-Hornischer von der Landessanitätsdirektion Tirol. „Es sind aber einige wenige.“ Grund zur Panik bestehe jedenfalls nicht, betont sie. „Krätze ist zwar ansteckend, aber nicht so leicht übertragbar wie zum Beispiel Kopfläuse“, sagt Luckner-Hornischer. Es benötige schon einen großflächigen Körperkontakt von mindestens fünf bis zehn Minuten, damit die Milbe auf einen anderen Körper übergeht, so die Expertin. Kopfläuse dagegen wechseln ihren Wirt deutlich schneller. Begünstigt werde die Entstehung und Verbreitung durch mangelnde Hygienemöglichkeiten – etwa wenn Menschen auf der Flucht sind oder in beengten Verhältnissen in Gemeinschaftsunterkünften zusammenleben.

Behandelt wird Krätze entweder durch die Einnahme eines Medikamentes oder durch Auftragen einer Salbe. Binnen acht bis zwölf Stunden sind die Krätzmilben abgestorben und das Kind kann wieder die Schule besuchen. Krätze gelte zwar als weitverbreitete Hauterkrankung und unterliege auch nicht der Meldepflicht, an einen ähnlichen Ausbruch wie nun in Axams könne sie sich in Tirol aber nicht erinnern, sagt Luckner-Hornischer.