Letztes Update am Di, 12.11.2019 12:24

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gesundheit

Erstmals Tiroler Gesundheitspreis verliehen

Die Tiroler Gebietskrankenkassa und das Land Tirol verliehen am Freitag erstmals den Tiroler Gesundheitspreis.

Werner Salzburger (TGKK-Obmann) und die Gewinner des Gesundheitspreises: Wilfried Schatz, Waltraud Mayr-Gander und Peter Hinterholzer (BHAK Imst), Claudia Stern und Heinz Öhler (ASKÖ) (v.li.)

© Werner Salzburger (TGKK-Obmann) und die Gewinner des Gesundheitspreises: Wilfried Schatz, Waltraud Mayr-Gander und Peter Hinterholzer (BHAK Imst), Claudia Stern und Heinz Öhler (ASKÖ) (v.li.)



Innsbruck – Unter dem Slogan Lebe, Besser, Länger, Rauchfrei suchten die Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK) und das Land Tirol seit Anfang des Jahres nach innovativen Ideen und Projekten für den Tiroler Gesundheitspreis. Im Rahmen eines Events am 08. November 2019 im Treibhaus Innsbruck kürten die Initiatoren nun die Gewinner und stellten ihre Projekte vor.

Mit dabei: Gütesiegel, Ortsschilder und Jugendliche – ein bunter Mix an kreativen Ansätzen für ein rauchfreies und gesundes Tirol.

Bereits 2016 wurden vom Land Tirol und der TGKK die „Tiroler Gesundheitsziele“ entwickelt. Da jeder Dritte in Tirol regelmäßig zur Zigarette greift, setzten die TGKK und das Land mit dem diesjährigen Schwerpunkt „Rauchfrei“ vor allem auf Sensibilisierung im Bereich Tabakkonsum. „Den Menschen zur Rauchfreiheit zu verhelfen ist ein gemeinsamer Vorsatz, der auch den Weg für den heuer entwickelten Tiroler Gesundheitspreis ebnete“, so Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg.

Rund 80 Einsendungen aus der Bevölkerung gingen so im Verlauf der letzten Monate bei der TGKK ein. Neben der Auszeichnung dürfen sich alle Gewinner über ein Preisgeld in Höhe von 2500 Euro freuen.

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Auch TGKK-Obmann Werner Salzburger zeigt sich zufrieden. „Der Tiroler Gesundheitspreis verschafft innovativen Ideen und Projekten, die zu einer verbesserten Lebensqualität beitragen, Gehör und bietet ihnen eine Plattform – ganz unter dem Motto Von Tirolern – für Tiroler“, betont Salzburg.

Der Tiroler Gesundheitspreis wurde in drei Kategorien verliehen:

Kategorie Institutionen

Rauchfrei Gütesiegel: Die Idee zum Rauchfrei Gütesiegel des ASKÖ-Landesverbands Tirol wurde speziell für Sportvereine konzipiert und soll diese dazu motivieren, Rauchfreiheit im Sport als Ehrenkodex in den Statuten aufzunehmen („Sport und Rauchen – das matcht nicht“) und im Vereinsbetrieb zu leben. Über eigens beauftragte Personen im ASKÖ-Netzwerk von 450 Tiroler Vereinen sowie mit Unterstützung des Vereins Suchthilfe BIN soll dadurch ein wichtiger Beitrag zu rauchfreiem Sport in Tirol geleistet werden.

Kategorie Betriebe & Schulen:

Werbung wirkt – jugendgerechte Nichtraucher-Kampagne an Schulen : Die BHAK Imst richtet sich mit ihrem Projekt an Schülerinnen und Schüler zwischen 14 und 19 Jahren. Ziel ist es, das Rauchen nicht zu bekämpfen, sondern den Wert des Nichtrauchens zu betonen. Die Jugendlichen werden aktiv in die Kampagne miteinbezogen, etwa während des Unterrichts, durch Fotowettbewerbe oder Interviews. Das Projekt läuft bereits seit dem Schuljahr 2018/19 in der Oberländer Schule und kann als Vorbild für andere Bildungseinrichtungen dienen.

Kategorie Privatpersonen & Vereine

Ohne Rauch geht’s auch – Ortsschilder als Hingucker: Unter dem Aufhänger Ohne Rauch geht’s auch will Wilfried Schatz mit seiner Wortkunst-Kampagne Raucher zum Aufhören bewegen und einen Denkprozess anstoßen. Dabei setzt der Telfer auf Tiroler Ortschaften und kombiniert diese mit humorvollen Wortspielen. Aus der Gemeinde Kauns wird dann beispielsweise „Kaugummi Kauns‘ gern zur Entwöhnung“ oder aus der Gemeinde Erl „Für mich hat sich das Rauchen Erledigt“. Die Sprüche sollen sich im kommenden Jahr in diversen Publikationen wiederfinden oder als Flyer im öffentlichen Raum aufgelegt werden.

Tabakkonsum aus Expertensicht

Im Rahmen der Veranstaltung gaben außerdem nationale und internationale Experten aus den Bereichen Medizin, Public Health und Suchtprävention aus erster Hand Einblicke in ihren Erfahrungsschatz zum Thema Tabakkonsum und -prävention. So verdeutlichte Prof. Judith Löffler-Ragg (MedUni Innsbruck), weshalb die schädigende Wirkung von Nikotin nach wie vor unterschätzt wird. Prof. Christian Haring (LKH Hall, Verein Suchthilfe BIN) und Sophie Meingassner (Rauchfrei Telefon) zeigten regionale sowie nationale Unterstützungsangebote auf. Als internationaler Gast beleuchtete Tessa Langley (University of Nottingham) die Strategie Großbritanniens sowie den Umgang mit neuen Trends wie der e-Zigarette. (TT.com)