Letztes Update am Di, 11.03.2014 13:53

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gesundheit

Achtung Allergiker: Pollensaison heuer früher und länger

Die Natur ist aufgewacht - aufgrund der milden Temperaturen um bis zu drei Wochen verfrüht. Die Frühblüher Erle und Hasel haben damit ihren Höhepunkt inzwischen teilweise schon wieder überschritten und der Pollenflug der Birke steht bereits vor der Tür. Sofern die Wetterbedingungen weiterhin passen, müssen sich Allergiker heuer somit auf eine entsprechend verlängerte Saison einstellen.

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Wien - Schnupfen, tränende Augen, womöglich sogar Asthma-Beschwerden: die Pollenallergien haben wieder „Saison“. Dieses Jahr dürfte sie durch den früheren Blühbeginn wahrscheinlich länger sein, erklärten Experten am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien.„Wir lernen jedes Jahr ein bisschen dazu. Was von Bedeutung ist, das ist die frühe Kenntnis, die frühe Diagnose und die frühe Behandlung“, sagte der Chef der HNO-Klinik der MedUni Wien im AKH, Wolfgang Gstöttner.

Seit mehr als 40 Jahren gibt es den Pollenwarndienst, der via Pollenfallen und gleichzeitig mit der Auswertung von „Tagebüchern“ der Betroffenen die jeweils aktuelle Situation immer kleinräumiger darstellt und analysiert. Dazu dient auch die neue Version einer Handy-Applikation. Katharina Bastl, Expertin des Service, betonte, man wolle durch frühzeitige Warnungen dazu beitragen, dass Allergiker nicht in die größten Belastungen „hinein laufen“.

Belastungslandkarte und Pollen-App 3.0

Die Pollenwarnung braucht auch Information über die tatsächlich empfundene Belastung. Dafür werden die Benutzerdaten aus dem elektronischen Beschwerdekalender „Pollen-Tagebuch“ analysiert und als Grundlage für die Prognose herangezogen. Ein neues Angebot auf Basis dieser Daten ist die neue Belastungslandkarte. Sie ist eine Symptom-Landkarte, die die Hot Spots an Belastungen durch den Pollenflug visualisiert - und das stundenaktuell und europaweit.

Die Forschungsergebnisse wurden auch in die aktuelle Version der Pollen-App eingearbeitet, die inzwischen von 80.000 Allergikern regelmäßig genutzt wird. Mit der Pollen-App 3.0 gehen nun auch weitere Features, wie ein standardisierter Fragebogen, eine Erinnerungsfunktion für den Arztbesuch nach der Pollensaison oder eine Push-Notification, die eine Warnmeldung des erreichten Beschwerdegrades sendet, online.

Weitere Informationen unter: http://www.pollenwarndienst.at

Jeder Allergiker weiß allerdings binnen Minuten ab Beginn der Symptome, woher Heuschnupfen etc. kommen. Die Beschwerden - auch jener von Pollenallergikern - sind größtenteils von der jeweiligen Konzentration der Allergene abhängig. So litten die Birkenpollenallergiker beispielsweise im Jahr 2013 mehr, obwohl die Gesamtbelastung im Jahr 2012 höher war. Ein „explosionsartiger“ Blühbeginn sei hier ausschlaggebend, so Katharina Bastl.

In diesem Jahr sind Hasel und Erle wegen der milden Temperaturen früher gestartet. Prognosen für Gräser, Beifuß und Ragweed lassen sich noch nicht stellen. In der Therapie setzen die Experten auf drei Säulen: Allergenvermeidung (bei Pollen eher schwierig), symptomatische Therapie mit Antihistaminika und/oder Cortisonsprays und schließlich die spezifische Immuntherapie („Allergieimpfung“, Sublingualtabletten). Bei der „Allergieimpfung“ gibt es vor alle eine neue Entwicklung: Die Zahl der Injektionen kann zunehmend reduziert werden. Es reichen offenbar auch acht oder zehn solcher Behandlungen aus.

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„Eine Allergie kann aufgehalten werden“, so Gstöttner. Die frühzeitige Diagnose und eine entsprechende Therapie könnten schwere Verlaufsformen bremsen.

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- APA