Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 27.02.2016


Lifestyle

Kreativraum und geliebte Wohnhöhle

Magdalena Schwitzer schuf sich im weiträumigen Elternhaus ihre ganz eigene Wohnwelt.

Lichtdurchflutet, mit Panoramablick: das Wohnzimmer im Haus von Maya und Reinhard Schwitzer in Fiecht.

© HörhagerLichtdurchflutet, mit Panoramablick: das Wohnzimmer im Haus von Maya und Reinhard Schwitzer in Fiecht.



Von Peter Hörhager

Fiecht/Vomp – „Ich will nicht die vorgetrampelten Pfade beschreiten, ich möchte meinen eigenen Weg gehen und will die ‚schöne Hässlichkeit’ auf der Welt zeigen.“ Starke Worte, umso mehr, als sie von einem Teenager stammen, der vor der Matura steht. Das Zitat stammt von Magdalena Schwitzer, die – heuer sogar mit eigener Koje des Galeristen Michael Schilli aus Berlin (Galerie Kunst am Gendarmenmarkt) – bereits zum dritten Mal bei der ART Innsbruck vertreten war. Damit bestätigt sich, was sie schon als Kind wissen ließ: „Ich will Künstlerin werden.“ Es waren das Umfeld und die Gene, die diesen Wunsch begünstigten. „Bilder spielen bei uns daheim eine große Rolle, ich bin mit ihnen aufgewachsen, außerdem nahmen mich Mama und Papa häufig zu Ausstellungen mit“, erklärt die Schülerin der HTL Kramsach.

Apropos Mama und Papa: Bei diesen handelt es sich um Apotheker Reinhard Schwitzer und seine Gattin Maya. Ihr Haus im Vomper Ortsteil Fiecht bietet dank seiner Größe Rückzugsgebiete für alle Familienmitglieder. Das Dachgeschoß ist das Revier von Magdalena und ihrem Bruder Felix. Die Fotos zeigen es – Magdalena hat sich eine Wohnwelt geschaffen, die individueller nicht sein könnte. „Ich bin eine Sammlerin“, erklärt sie lachend beim Eintritt in ihre von Mama Maya als „Räuberhöhle“ apostrophierten vier Wände. „Was mir gefällt, kralle ich mir – je älter, desto besser“, betont sie beim Rundgang. Abgesehen von der Couch und vom Schreibtisch stammen daher die meisten Einrichtungsgegenstände und viele, viele Accessoires von diversen Flohmärkten. Eingebettet in verschiedenste Utensilien: Kostproben ihrer Schaffenskraft. Kurzum – es ist ein einzigartiger Kreativraum, das Domizil der Fiechterin. Denn Malen ist nicht ihre einzige Leidenschaft. Philosophie und Literatur haben es ihr angetan, sie ist daher auch Autorin von (unter Verschluss gehaltenen) verschlüsselten Texten, in die sie – wie bei ihren Bildern – ihr Innenleben einfließen lässt. Strömungen interessieren sie nicht, mit ihren Bildern will sie „dem Betrachter die Wahrnehmungspforte in eine andere Dimension öffnen“. Und zwar als freiberufliche Künstlerin. „Aber vorher wird noch die Matura gemacht“, betont sie abschließend.

Magdalena Schwitzer in ihrem Atelier- und Wohnraum im Dachgeschoß des Schwitzer-Hauses.
Magdalena Schwitzer in ihrem Atelier- und Wohnraum im Dachgeschoß des Schwitzer-Hauses.
- Hörhager
null
- hoe
null
- hoe
- hoe



Kommentieren


Schlagworte