Letztes Update am Fr, 29.09.2017 08:43

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mode

Mit Samt setzt man sich die Mode-Krone auf

Einst trugen ihn nur gekrönte Häupter. Heute setzt sich damit jede Frau ihre eigene Mode-Krone auf: Von Kopf bis Fuß ist Samt der Trend der aktuellen Herbst- und Winterkollektionen.

© AFPSaab kombiniert Samtkleid mit passender Tasche.



Er ist weich, ein wenig flauschig und immer zartglänzend: Samt wird seit Jahrhunderten geschätzt. Verstaubt ist er deshalb aber noch lange nicht. Kein Designer kommt bei seiner aktuellen Herbst- und Winterkollektion ohne das weiche Material aus.

Selbst der libanesische Modemacher Elie Saab (53), der sonst für zarte Seiden-, Tüll- und Chiffon-Stoffe bekannt ist, mischt heuer Samt unter seine ausladenden Roben. Seine Kreationen erinnern ein wenig an längst vergangene Zeiten – oder die Hit-Serie „Game of Thrones“. Früher waren es auch nur Adelige, die sich mit dem schweren Stoff schmücken durften. Denn Samt wurde aus kostbarer Seide hergestellt. Damit präsentierten die Könige und Blaublütler ihre Macht – und vor allem viel Prunk.

Heute wird Samt meist synthetisch hergestellt. Die Trendteile kommen von der Stange. So verleiht er jeder modebewussten Frau ein wenig Luxusgefühl.

Gaulthier schafft große Ärmel aus Samt.
- AFP

„Samt schenkt den lässigen und legeren Schnitten einen eleganten Hauch, vor allem in Farben wie Mitternachtsblau oder Weinrot“, erklärt der deutsche Mode- und Einkaufsberater Andreas Rose. Damit ist der weiche Stoff ein ideales Gegenstück zu der sonst harten Optik von Leder- und Jeanswaren, die heuer bei den Designern ebenfalls angesagt sind.

An Samt kommt derzeit aber keine Modekette vorbei. Dabei gibt es viele verschiedene Varianten, auch Baumwolle, Viskose oder synthetische Fasern werden verwendet. Die Stofffäden sind dafür immer kurz gehalten, genau genommen zwei Millimeter. Das sorgt für die glänzende Optik und das flauschige Gefühl auf der Haut.

Die Pflege macht es allerdings nicht einfach. Samt-Stücke sollten wie echte Könige behandelt werden. Modeexperten empfehlen, die Teile in die Reinigung zu geben. Die feinen Härchen könnten durch die übliche Waschmaschine sonst Schaden nehmen. Hässlicher Filz wäre die Folge. Wer seine Samt-Kleidung mit der Hand waschen will, der soll keinesfalls rubbeln oder auswringen. Die zarten Stofffäden werden es danken. Außerdem mögen sie es nicht, wenn sie gefaltet werden. Sie könnten brechen. Samt deshalb möglichst faltenfrei auf Kleiderbügel hängen.

Ja, der edle Trendstoff liebt zweifelsohne luxuriöse Behandlungen. Adel verpflichtet eben. Wer sein pflegender Untertan ist, dem ist ein großer Auftritt aber gewiss. (Deborah Darnhofer)




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