Letztes Update am Mi, 08.11.2017 15:58

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mode

Und ewig faucht die Wildkatze: Der Leo-Look kommt nie aus der Mode

Kate Moss kann nicht darauf verzichten, Liz Taylor tat es schon vor Jahrzehnten und auch die neue Erdem-Kollektion setzt auf Animalisches: Leo-Print kommt eben niemals aus der Mode. Grrr!

© AFPKate Moss und ihr Leo-Mantel sind eins.



Von Nicole Strozzi

Jedes Jahr die gleiche Leier: „Leoparden-Muster sind zurück!“ Auf diese „Sensationsnachricht“ können die Macher von Modemagazinen in Zukunft getrost verzichten. Denn warum soll bitteschön etwas Jahr für Jahr ein Comeback feiern, das nie aus der Mode war?

Das zeitlose Wildkatzenmuster behauptet sich seit Jahrzehnten im Modedschungel. Und das nicht erst seit Kate Moss – auch wenn es den Anschein hat, das Topmodel würde am liebsten gar nicht mehr aus ihrem geliebten Raubtiermantel schlüpfen. Mal abgesehen davon, dass sich schon die alten Ägypter in Leopardenfell hüllten, Pharao Tutanchamun auf Zeichnungen gerne eine Leopardenfellweste trägt und bereits Tarzan und seine Jane in den 30er-Jahren den Raubtierlook für sich entdeckten, gilt Christan Dior als derjenige, der den eigentlichen „Leo-Print“ erfand.

Elizabeth Taylor trug ihr Leben lang gerne Leopard.
- AFP

1947 entwarf der französische Designer erstmalig eine Kollektion, die nicht aus Tierfellen, sondern aus Leoparden-Mustern bestand. Bis dato war es en vogue, echte Felle zu tragen. Über das Thema Tierschutz machten sich damals noch die wenigsten Gedanken.

Die amerikanische Schauspielerin Marian Nixon sorgte etwa für Schlagzeilen, als sie in einem echten Leo-Mantel auf dem Hollywood-Boulevard einen echten Leoparden an der Leine führte.

Liz Hurley 1997 in einem Leo-Kleid auf einer Gala.
- AFP

Selbst noch in den 50er- und 60er-Jahren galt es als schick und mondän, Leopard zu tragen. First Lady Jacqueline Kennedy führte ihren Leopardenmantel von Oleg Cassini zur Schau und auch Schauspielerin Elizabeth Taylor machte keinen Hehl aus ihrer Vorliebe zu echtem Pelz.

In den 70er-Jahren, der Zeit der Rebellion und des Punks, flirtete der Leoprint fremd und zog sich aus den elitären Kreisen zurück, um einmal richtig Rockn ’n’ Roll zu machen. Keith Richards und Co. kombinierten das Wildkatzenmus­ter zu engen Hosen und T-Shirts. In seinem legendären Leo-Blazer – oder zumindest in einer Neuauflage davon – rockt der 73-Jährige Rolling-Stones-Haudegen nach wie vor die Bühne.

Im Jahr 2017 hat der animalische Look immer noch ein bisschen was von Rock ’n’ Roll, wirkt aber gleichzeitig extrem schick. Vorausgesetzt, man kombiniert das Outfit mit neutralen Farbtönen und achtet auf den Schnitt. Das britische Label Erdem – wohlgemerkt einer der Lieblingsdesigner von Herzogin Catherine – hat in Kooperation mit H&M eine Kollektion herausgebracht. Ein Leo-Mantel darf darin nicht fehlen.

Stars wie Kim Kardashian, Harry Styles oder Heidi Klum führen Leo auch auf dem roten Teppich aus, und Kate Moss tut es sowieso. Die meisten Modelle sind heute aus Kunstpelz oder Plüsch. Vor allem Designerin Stella Mc Cartney, die bekannt ist für ihr Umweltschutz-Engagement beweist, dass es auch unecht geht. 2016 präsentierte die Britin ihre „Fur Free Fur“-Kollektion – inklusive Leo-Mäntel aus Kunstfasern. Heute muss nämlich keine Wildkatze mehr für die Modevorlieben der Damen oder Herren ihr Leben lassen.




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