Letztes Update am Di, 15.01.2019 14:32

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bildband

Die vielen Gesichter von Kitz: Mehr als Hahnenkamm und Hautevolee

Kommende Woche steht Kitzbühel wieder kopf. Dann gehen die Hahnenkamm-Rennen über die Bühne. Doch die Gamsstadt hat mehr zu bieten als jubelnde Fans, Bling-Bling-Promis und hohe Grundstückspreise. Markus Mitterer kennt das andere Kitzbühel. Mit einem prachtvollen Bildband würdigt er seine Heimatstadt.

Kitzbühel, wie es sich in wenigen Tagen wieder der Skisport-Welt präsentieren wird.

© Markus MittererKitzbühel, wie es sich in wenigen Tagen wieder der Skisport-Welt präsentieren wird.



Von Irene Rapp

Zunächst einige numerologische Fakten, die schon viel Geschichte erzählen. 1828 – jene Zahl, die für die Tage steht, die Markus Mitterer für sein Buch benötigte. 2500 – so viele seiner Fotos schafften es in die Vorauswahl für die Veröffentlichung, aber natürlich hatte er viel, viel mehr geschossen. Nicht zu vergessen 227 – so viele Aufnahmen sind in Mitterers Bildband zu sehen. Womit wir wieder bei der ersten Zahl landen: Denn wer in das Buch hineinblättert, kann verstehen, warum der Kitzbüheler 1828 Tage – also rund fünf Jahre dafür benötigte.

Das ruhigere Kitzbühel, im Hintergrund ist der Großglockner zu erkennen.
Das ruhigere Kitzbühel, im Hintergrund ist der Großglockner zu erkennen.
- Markus Mitterer

„Am meisten Aufwand waren die Panorama- und die Tierbilder“, erzählt der 48-Jährige. Perfekte Tage für einwandfreie Landschaftsaufnahmen gebe es nämlich nur eine Handvoll und bei Tieren in der freien Wildbahn gehöre eine Portion Glück dazu.

Markus Mitterer hat den Bildband "Kitzbühel" im Eigenverlag veröffentlicht. Preis: 55 Euro. Infos unter <a target="_blank" href="http://www.markus-mitterer.com">www.markus-mitterer.com</a>
Markus Mitterer hat den Bildband "Kitzbühel" im Eigenverlag veröffentlicht. Preis: 55 Euro. Infos unter www.markus-mitterer.com
- Markus Mitterer

Wie im Fall eines jungen Fuchses, für den sich Mitterer eine Woche lang auf die Lauer legte – womit dieses Foto am meisten Zeitaufwand von allen erforderte. „Doch dann, eines Morgens, saß er drei Meter vor mir. Zehn Sekunden später war er allerdings schon wieder weg.“

Snowfarming – das Aufbewahren des Schnees für den nächsten Winter – praktiziert auch die Bergbahn AG Kitzbühel. Heuer startete der Skibetrieb bereits Anfang November.
Snowfarming – das Aufbewahren des Schnees für den nächsten Winter – praktiziert auch die Bergbahn AG Kitzbühel. Heuer startete der Skibetrieb bereits Anfang November.
- Markus Mitterer

Weniger scheu waren da die Menschen, die Mitterer vor die Kamera bat: vom Landwirt bis zum Totengräber, von Schulkindern bis zum Maskenschnitzer. Gezeigt werden junge und alte Kitzbüheler, Originale und viele andere interessante Typen. Prominente Adabei-Kitzbüheler sucht man hingegen vergeblich, lediglich auf einer Doppelseite zeigt Mitterer drei davon.

Hier fühlt man sich um Jahrzehnte zurückversetzt: Edith Semperboni in ihrem alten Gemischtwarenladen, der ein kleines Museum ist.
Hier fühlt man sich um Jahrzehnte zurückversetzt: Edith Semperboni in ihrem alten Gemischtwarenladen, der ein kleines Museum ist.
- Markus Mitterer

„Ich wollte Kitzbühel abseits der Klischees präsentieren. Denn der Ort ist mehr als das Hahnenkamm-Rennen, Schön und Reich oder weit überhöhte Immobilienpreise“, nennt er den Grund. Kitzbühel sei einfach ein schöner Ort. Und das schlägt sich auch in dem prachtvollen, dem Jahresablauf angepassten Bildband nieder, in welchem kaum eine „Sünde“ der Gamsstadt zu finden ist.

Christoph Rieser ist Obmann der "Ruat’n Pass" und schnitzt u. a. Teufelsmasken.
Christoph Rieser ist Obmann der "Ruat’n Pass" und schnitzt u. a. Teufelsmasken.
- Markus Mitterer

Apropos Gamsstadt: Natürlich hat Mitterer auch Gämsen fotografiert. Jene, die man als Kitzbühel-Logo im Ort zuhauf findet. Und eine in echt, die er im Gebiet des Karsteins vor die Linse bekam. „Dabei handelt es sich um einen der schönsten Teile von Kitzbühel, den Wilden Osten, wie ich ihn nenne, weil die Tiere dort noch ihre Ruhe haben.“

Im ehemaligen Luftschutzstollen im Lebenberg reift heute Felsenkellerkäse heran.
Im ehemaligen Luftschutzstollen im Lebenberg reift heute Felsenkellerkäse heran.
- Markus Mitterer

Zu guter Letzt noch eine Zahl – und zwar die 1: Ein Mensch half Mitterer, die Fotos gekonnt zu präsentieren. Von Papa Werner Mitterer stammen die dazugehörigen Texte. Perfektes Teamwork, um die Hahnenkamm-Stadt einmal ganz, ganz nahe zu zeigen.