Letztes Update am Do, 28.02.2019 12:55

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


TT-Magazin

Hannah und ihre 300 Paar Schuhe: Der Himmel für so manche Frau

Wer braucht schon Aspirin, wenn er Schuhe kaufen kann. Zumindest bezeichnet Hannah ihre 300 Paar als Wunderwaffe gegen Kopfweh, Herzschmerz und Alltags-Blues. Zu Besuch bei der Schlager-Rockröhre in Mils bei Hall.

© Vanessa Rachlé / TT



Von Judith Sam

Mils – Wer Hannahs Wohnung betritt, wird erst von der Sängerin begrüßt, anschließend von ihrem Hund und an dritter Stelle von Schuhen. Indirekt jedenfalls.

Die Knospen waren ein Geschenk von Knospenmachern aus Weerberg: „Und haben sich zu einem meiner Lieblingspaare gemausert. Weder friert noch schwitzt man in ihnen.“
Die Knospen waren ein Geschenk von Knospenmachern aus Weerberg: „Und haben sich zu einem meiner Lieblingspaare gemausert. Weder friert noch schwitzt man in ihnen.“
- Vanessa Rachlé / TT
Zur Hochzeit: Ein Lächeln huscht über Hannahs Gesicht, als sie diese Schuhe heraussucht: „Die habe ich vor fünf Jahren zur Hochzeit getragen. Daran denke ich gern zurück.“
Zur Hochzeit: Ein Lächeln huscht über Hannahs Gesicht, als sie diese Schuhe heraussucht: „Die habe ich vor fünf Jahren zur Hochzeit getragen. Daran denke ich gern zurück.“
- Vanessa Rachlé / TT
Nur einmal angezogen: Die „Spikes“ dieser Schuhe sind extrem spitz und hart: „Weil ich beim Gehen meine Knöchel mit den ,Spikes’ gestreift habe, war ich danach blutig.“
Nur einmal angezogen: Die „Spikes“ dieser Schuhe sind extrem spitz und hart: „Weil ich beim Gehen meine Knöchel mit den ,Spikes’ gestreift habe, war ich danach blutig.“
- Vanessa Rachlé / TT
„Stallschuhe“: Früher, als Hannah noch am Bauernhof gewohnt hat, waren diese schlichten Gummistiefel ihre Stallschuhe. Jetzt plant die Sängerin ein Haus zu bauen: „Dann werden sie meine Baustellenstiefel.“
„Stallschuhe“: Früher, als Hannah noch am Bauernhof gewohnt hat, waren diese schlichten Gummistiefel ihre Stallschuhe. Jetzt plant die Sängerin ein Haus zu bauen: „Dann werden sie meine Baustellenstiefel.“
- Vanessa Rachlé / TT
Die Bequemen: Diese Schuhe sollen bequem sein? „Sehr sogar. Das sind meine Schuhe für Bälle – in Kombination mit einem schlichten Kleid. In ihnen kann man nächtelang tanzen.“
Die Bequemen: Diese Schuhe sollen bequem sein? „Sehr sogar. Das sind meine Schuhe für Bälle – in Kombination mit einem schlichten Kleid. In ihnen kann man nächtelang tanzen.“
- Vanessa Rachlé / TT
Die Lauten: Kaum ein Schuh ließe sich besser zu leichten Sommerkleidern kombinieren als diese gelben Exoten mit Holzabsatz. Darum toleriert Hannah, dass sie beim Gehen quietschen.
Die Lauten: Kaum ein Schuh ließe sich besser zu leichten Sommerkleidern kombinieren als diese gelben Exoten mit Holzabsatz. Darum toleriert Hannah, dass sie beim Gehen quietschen.
- Vanessa Rachlé / TT

Im Eingangsbereich türmen sich Dutzende Modelle – vom Sneaker bis zum Stiefel. Die meisten sehen erstaunlich konservativ aus. „Die gehören nämlich großteils meiner Familie. Mein Schuhreich beginnt zwei Räume weiter“, sagt die 37-Jährige am Weg ins Schlafzimmer.

Rund um das Ehebett türmt sich Hannahs schrille Pracht – bei der von konservativ keine Rede sein kann: getigert, mit Nieten, Riemchen, Strass, Leder, Lack und Blümchenmustern. Nur eines haben die meisten gemeinsam: Ihr Absatz ist so hoch, dass so manche Frau eine Schulung machen müsste, um sich damit verletzungsfrei fortzubewegen.

Wie bitte schafft es die Schlager-Rockerin, deren Album „Kinder vom Land“ kürzlich die Spitze der Austria Top 40 Albumcharts erobert hat, damit über die Bühne zu toben? „Eine Frage der Routine. Weil ich mit 1,63 Metern nicht allzu groß bin, trage ich meistens Absätze – zur Kompensation“, sagt die Schuhsammlerin, deren teuerstes Paar 400 Euro gekostet hat.

„Eine Ausnahme“, sagt Hannah, denn der Großteil ihrer Schuhe stamme aus Outlets und günstigen italienischen Geschäften.

Hannahs Mann toleriert ihre Leidenschaft nicht nur, er unterstützt sie: „Etwa indem er mir ein Glasregal für meine Schuhe gebaut hat, damit ich sie immer bewundern kann.

In Schachteln packe ich sie nämlich nie. Vor Auftritten muss ich alle sehen, um den optimalen für mein Outfit auszusuchen.“

Ein schwieriges Unterfangen – bei mehr als 300 Paaren.