Letztes Update am Mi, 15.05.2019 09:08

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mode

Austrian Fashion Awards 19: BKA prämiert House Of The Very Island‘s

Im ehemaligen Wiener Sophienspital sind Dienstagabend die Austrian Fashion Awards (AFA), die österreichischen Modepreise, zelebriert worden.

Modenschau anlässlich. der Verleihung der "Austrian Fashion Awards 2019" in Wien.

© APA/HutterModenschau anlässlich. der Verleihung der "Austrian Fashion Awards 2019" in Wien.



Wien – Der diesjährige „outstanding artist award“ für Modedesign des Bundeskanzleramts wird an das Label House Of The Very Island‘s gehen. Die Stadt Wien bedachte Kenneth Ize mit ihrem Modepreis. Den Wien Products Accessories Award erhielt das Stricklabel rudolf.

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- APA

Der mit 10.000 Euro dotierte „outstanding artist award“ für experimentelle Mode wird 2019 zum vierten Mal vergeben, er stellt Innovation in den Mittelpunkt. Preisträger sind, wie im Rahmen der AFA-Verleihung verkündet wurde, Karin Krapfenbauer und Markus Pires-Mata (ehemals Hausleitner). Sie führen das 2006 als Kooperation eines vierköpfigen Teams gegründete Label mit dem sperrigen vollen Namen House Of The Very Island‘s Club Division Middlesex Klassenkampf But The Question Is Where Are You, Now? seit 2008 als Duo. Die „all-sexes“ Kollektionen sind seit jeher eng mit Wiens queerer Kunstszene verbunden und von der Überschreitung konventioneller Auslegungen von Geschlecht, Körper, Identität und Schönheit definiert. Das international präsente Label steht für einen Mix aus klassischer Herrenschneiderei und Street Style sowie für die Verwendung regional produzierter Öko-Stoffe.

„Der Preis ist ein Zeichen der Anerkennung für das bisher Geleistete und soll dabei auch als Motivation für das weitere Schaffen dienen“, ließ Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) ausrichten. Die Mode werde „national wie international hoch geschätzt“. Die Jury verwies auf die Vorreiterrolle des Labels speziell bei Nachhaltigkeit und Geschlechteridentität. „Die Neugier hört einfach nie auf“, versicherte Markus Pires-Mata.

Der mit 10.000 Euro ausgestattete Modepreis der Stadt Wien ermöglicht dem österreichisch-nigerianischen Label Kenneth Ize einen internationalen Auftritt bei einer Messe oder einem Festival. Es wurde 2016 von Kenneth Izedonmwen nach seinem Abschluss an der Angewandten gegründet und wird seit einem Jahr durch seinen Ex-Uni-Kollegen Axel Berner-Eyde als Design- und Geschäftspartner verstärkt.

Markus Pires-Mata, Karin Krapfenbauer (outstanding artist award für experimentelles Modedesign des Bundeskanzleramts) sowie Gudrun Schreiber (Bundeskanzleramt) und Moderatorin Miriam Hie.
Markus Pires-Mata, Karin Krapfenbauer (outstanding artist award für experimentelles Modedesign des Bundeskanzleramts) sowie Gudrun Schreiber (Bundeskanzleramt) und Moderatorin Miriam Hie.
- APA/Hutter

Izedonmwen verbindet afrikanische Handwerkstradition mit moderner Produktion

Izedonmwen nutzt sein Aufwachsen zwischen Nigeria und Österreich als Inspiration, afrikanische Handwerkstraditionen verbindet er mit moderner Produktion. Die Jury lobte die „Neudefinition von Luxus“ und verwies auf erste solide Erfolge auf dem internationalen Ordermarkt. Auch im internationalen Wettbewerb um Modepreise schwimmt das Label auf der Erfolgswelle: Kenneth Ize ist Finalist beim höchst renommierten (und dotierten) LVMH - Young Fashion Designer Prize. Vor allem gehe es bei seinem Brand um die Liebe, betonte der Modeschöpfer. Die Finanzspritze sei aber höchst willkommen und werde gleich wieder investiert, zum Beispiel in eine Kooperation mit nigerianischen Weberinnen.

Der Wien Product Accessories Award holt jährlich ein in Wien ansässiges Label vor den Vorhang, dessen Kreationen „Wiener Flair“ versprühen. Antonia Maedel und Lisa Mladek gründeten rudolf im Jahr 2014 und verweben seither Naturfasern wie Bio-Schafwolle zu zeitlosem Design. Gefärbt wird mit Naturfarben, und überhaupt wird bei rudolf alles innerhalb von 150 Kilometern rund um Wien hergestellt. Künftig wollten sie „noch mehr in die Internationalität gehen“, kündigten die beiden Modemacherinnen an.

Startschuss für Take-Festival im ehemaligen Sophienspital

Das Sophienspital in Neubau war mehr als 130 Jahre lang Krankenhaus, Geriatriezentrum, zuletzt Wärmestube für Obdachlose. Vor seiner Umwandlung in einen Wohnpark samt Bildungscampus und Naherholungsflächen finden auf dem jetzt Areal Veranstaltungen statt. Mit der AFA-Gala wurde quasi das Take Festival for Independent Fashion and Arts eingeläutet, das ab der offiziellen Eröffnung am Mittwochabend bis Samstag zu einer Vielzahl von Angeboten aus den Bereichen Mode, Design, Film und Fotografie lädt. Das frühere Spital wird zur Bühne für Modeschauen, Kollektionspräsentationen, Ausstellungen, Vorträge und Feste. Einen Pop-up-Store für junges Design gibt es auch. (APA)


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