Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 05.01.2018


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Kala-Alm in Thiersee: Gemütlichkeit ist Trumpf

Eine schöne Rodelbahn samt gemütlicher Einkehr lockt nach Thiersee: Auf der „Rückseite“ des Pendling geht es hinauf zur Kala-Alm, die im Winterwonderland liegt.

© privatDie Kala-Alm präsentiert sich winterlich.



Von Irene Rapp

Thiersee – Vom Inntal aus gesehen ist der Pendling bei Kufstein eine von seiner Form her interessante Erhebung: Der 1563 Meter hohe Berg liegt in den Brandenberger Alpen, am Gipfel befindet sich das Pendlinghaus (geschlossen).

Vom Inntal aus gesehen auf der Rückseite des Pendling waren wir am gestrigen Donnerstag unterwegs: Mit der Kala-Alm befindet sich oberhalb von Thiersee nämlich nicht nur eine gemütliche Einkehr, sondern der Weg hinab ins Tal bietet sich in diesen Tagen auch als tolle Rodelbahn an, die mit zwei Vorzügen aufwarten kann: Zum einen ist die Bahn aufgrund ihrer Höhe und der nordseitig ausgerichteten Lage schneesicher. Zum anderen liegt sie im Wald, Lawinengefahr ist dort keine zu befürchten.

Die Rodelbahn.
- privat

So kommt man hin: Rund zehn Kilometer sind es von Kufstein bis zum Gasthaus Schneeberg in Hinterthiersee (alles gut beschildert). Dort lässt man das Auto stehen und weil sich der Ausgangspunkt auf rund 940 Metern Höhe befindet, schneite es hier gestern bereits – während es in Kufstein noch regnete.

Zunächst geht es hinter dem Gasthaus vorbei und eine schmale, steile Straße hinauf, vorbei an einigen Häusern und dann erreicht man schon den Wald. Man passiert zwei, drei Holzhüttchen, dann teilt sich der Weg.

Links führt die Rodelbahn hinauf, rechts gibt es eine Abkürzung – da zieht sich ein Steig zumindest einige Zeit lang hinauf und verkürzt so den Fahrweg. Wir sind gestern auf diesem Steig ein Stück gegangen, bis er wieder in die Rodelbahn eingemündet ist. Weil nur wenig Schnee lag und der Steig steil ist, musste die Rodel getragen werden. Bei mehr Schnee ist aber sicher der Fußmarsch auf der Bahn hinauf empfehlenswerter.

Apropos sicher: Auch wenn der Weg hinauf zur Kala-Alm – der von den Hüttenbetreibern präpariert wird – sehr breit ist, sollte man als Aufsteiger dennoch nicht zu mehreren nebeneinander gehen. Nicht jeder Rodler hat seinen fahrbaren Untersatz perfekt im Griff und kann rechtzeitig ausweichen, wenn ihm mehrere nebeneinander gehende Leute entgegenkommen.

Der Weihnachtsbaum ist beliebtes Fotomotiv.
- privat

So zieht sich die Bahn gemütlich hinauf und wenn man in einer Kurve einen Baum mit vielen bunten Christbaumkugeln sieht, dann ist es nicht mehr weit. „Den schmückt immer ein Pensionist aus Angerberg“, erzählt Renate Mairhofer. Gemeinsam mit ihrem Mann Domitius – ein Name, der laut Renate Mairhofer zumindest in Thiersee einige Male vorkommt – bewirtschaftet sie die Kala-Alm. 1987 wurde diese errichtet, 2012 dann abgerissen und komplett neu gebaut.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Denn die Einkehr ist relativ groß (mit über 100 Sitzplätzen), aber dennoch gemütlich. Wer will, kann hier heroben auch übernachten oder heiraten, gleich neben dem Gebäude gibt es eine kleine Kapelle. Hier auf 1400 Metern Seehöhe fühlt man sich jedoch derzeit wie im Winterwonderland und darüber ist Renate Mairhofer froh. „Die vergangenen zwei Winter waren nicht so gut“, erzählt sie. Und wer vom Rodeln noch nicht genug hat, kann auch noch weiterwandern – u. a. bis zum Gipfel des Pendling.

Die Abfahrt dann war im oberen Teil der Bahn aufgrund des Neuschnees ein wenig gebremst – allerdings präpariert Domitius Mairhofer die Bahn regelmäßig. Im unteren Teil ging es jedoch flott dahin und war ein Genuss (Bahnberichte u. a. auf www.winterrodeln.org). Nur eines gilt es zu beachten: Wenn man am Ende der Bahn aus dem Wald herauskommt, sollte man nicht auf der Zufahrtsstraße wieder hinunter zum Parkplatz.

Die letzten Meter fährt man besser links auf eine ehemalige Skipiste (beschildert). Die ist rodeltauglich und dann läuft man nicht Gefahr, möglicherweise in ein Auto eines Anrainers zu fahren.

Daten der Rodelbahn zur Kala-Alm

Ausgangspunkt: Von Kufstein nach Thiersee – genau gesagt nach Hinterthiersee fahren (gut beschildert). In Hinterthiersee bis zum Ortsteil Mitterland und dann bei der unübersehbaren Beschilderung „Schneeberg“ links abbiegen. So lange die Straße hinauf, bis man das Gasthaus Schneeberg erreicht hat. Dort stehen große Parkplätze zur Verfügung (Besucher der Kala-Alm zahlen keine Parkgebühr).

Wegdaten: Die Rodelstrecke ist drei Kilometer lang, dabei werden 400 Höhenmeter im Aufstieg bewältigt, die Gehzeit beträgt ca. 60 Minuten. Der Aufstieg ist nicht getrennt, also auf abfahrende Rodler aufpassen. Die Rodelbahn ist am Abend beleuchtet. Wer keine Rodel hat: Auf der Kala-Alm können welche ausgeliehen werden.

Weitere Infos: Homepage der Kala-Alm – www.kala-alm.at (Öffnungszeiten Dienstag bis Samstag 9–24 Uhr, Sonntag 9–19 Uhr). Homepage des Winterrodeln-Projekts – www.winterrodeln.org.