Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 10.01.2018


Urlaubsplanung

Urlaub 2018: Schlau planen, billig buchen

Urlaub 2018: Was man bei den vielen Fenstertagen beachten sollte, wann der beste Buchungszeitpunkt ist und welches Reiseland bei den Österreichern ein Comeback feiert.

© iStock(Symbolbild)



Von Matthias Christler

Innsbruck, Wien – Den Weihnachtsurlaub gut verdaut, die freien Tage rund um Silvester oder den Dreikönigsfeiertag genossen – die einen sind voller Tatendrang zurück in der Arbeit, andere schon wieder urlaubsreif. Dank der günstig liegenden Fenstertage kann man sich jedenfalls jetzt schon auf das Urlaubsjahr 2018 freuen. Rund um Ostern, den 1. Mai, Fronleichnam und den Nationalfeiertag bietet sich viermal die Gelegenheit, mit acht genommenen Urlaubstagen auf 16 freie Tage am Stück zu kommen.

Das bietet Arbeitnehmern und Arbeitgebern genug Spielraum, „denn einen Rechtsanspruch, dass man an solchen Tagen Urlaub nehmen kann, gibt es natürlich nicht“, sagt Thomas Radner von der AK Tirol. Das sei immer eine Vereinbarungssache. Dass ein Mitarbeiter alle Fenstertage bekommt, ein anderer gar keinen, wird sich aber nicht spielen. Und auch die Regelung, dass Mitarbeiter mit schulpflichtigen Kindern bei der Urlaubsplanung Vorrang haben, gilt nur, wenn in der Schule ebenfalls ein freier Tag ist.

Dick angestrichen sind die Fenstertage auch im Kalender der Reisebüros. „Die heurige Konstellation hilft natürlich“, sagt Andreas Kröll, Obmann der Tiroler Reisebüros in der Wirtschaftskammer. Der Termin um den Staatsfeiertag sei zwar noch etwas früh, „aber rund um Pfingsten und Fronleichnam sind beliebte Zeiten, an denen der Tiroler wegfährt. Das Mittelmeer ist meistens noch nicht das Ziel, eher sind es Kulturreisen“, erklärt Kröll, der sich generell von 2018 einiges erwartet. „2017 ist schon sehr gut gelaufen mit vielen Urlauben in Italien, Kroatien, Spanien und Griechenland. Für heuer sehen wir eine weitere Erholung bei Reisen Richtung Ägypten und nach zwei desaströsen Jahren zeichnet sich auch bei der Türkei wieder eine Trendwende ab.“

TUI, das gestern die Reisetrends 2018 vorgestellt hat, sieht das ähnlich. „Aktuell verzeichnen wir ein Buchungsplus von 25 Prozent im Vergleich zu einem starken Vorjahr“, sagt Geschäftsführerin Lisa Weddig. Die Türkei erholt sich touristisch und liegt nach Griechenland und Spanien wieder auf Platz drei der beliebtesten Sommerziele, gefolgt von Ägypten.

Ein gutes Jahr erwartet man auch bei Ruefa: In Griechenland liegt bei den Vorausbuchungen derzeit schon 30% über den Vorjahreswerten. Die klassischen Mittelmeerdestinationen profitieren dabei von der „immer noch schwachen Buchungslage in der Türkei – hier sehen wir einen zarten Aufwärtstrend, aber auf sehr geringem Niveau“, so Ruefa-Sprecherin Andrea Hansal.

Bei den Buchungen hat TUI außerdem festgestellt, dass der Österreicher heuer vermehrt außerhalb der Ferienzeiten reist und bereits am Anfang Mai die Fenstertage für Flugreisen nützt. Im Vergleich zum Vorjahr sind 35 Prozent mehr Reisen in den Nebensaison-Monaten Mai und Oktober gebucht. Im Herbst sind es vor allem der Nationalfeiertag und der Fenstertag zu Allerheiligen, die längere Reisen möglich machen.

Ein Urlaub im Oktober oder Herbst, das klingt jetzt zwar noch wie ein ferner Traum, doch geplant werden darf bzw. sollte jetzt schon – vor allem, wenn man Geld sparen will. Die Reisesuchmaschine checkfelix.com hat analysiert, wann der beste und billigste Buchungszeitpunkt ist. Für Flüge innerhalb Europas bekommt man ein bis zwei Monate vor Abflug die günstigsten Tickets, bei Fernreiseflügen sollte man allerdings schon jetzt das Ziel kennen, denn acht bis neun Monate vor dem Abflug gibt es die besten Angebote.

Mit der Zimmerbuchung kann man sich Zeit lassen, die ist sowohl bei Reisen innerhalb als auch außerhalb Europas durchschnittlich zwei Monate vor dem Urlaubszeitpunkt am günstigsten.

Tipps für die Urlaubsplanung für 2018:

Ostern verlängern. Der Feiertagsreigen beginnt klassisch mit Ostern, das heuer auf das erste Aprilwochenende fällt. Wer sich neun Urlaubstage nimmt, bekommt inklusive der Wochenende 16 freie Tage am Stück — z. B. vom 24. März bis 8. April.

Staatlicher Urlaub. Der erste Fenstertag öffnet sich am 30. April, vor dem Staatsfeiertag am 1. Mai. Weil in der darauffolgenden Woche auch noch Christi Himmelfahrt (10.5.) gefeiert wird, erhält man für acht Urlaubstage 16 arbeitsfreie Tage.

Pfingsten sei Dank. Die Rechnung „8 Urlaubstage = 16 freie Tage" geht ebenso rund um Pfingsten (20. 21.5.) und Fronleichnam (31.5.) auf. Der 1. Juni 2018 wird nämlich als Freitag dieses Jahr zum perfekten Fenstertag.

Nationaler Freitag. Viel besser als Ende Oktober/Anfang November können die Feiertage eigentlich gar nicht fallen. Der Nationalfeiertag (26.10.) ist ein Freitag und Allerheiligen (1.11.) ein Donnerstag, damit wird Allerseelen heuer zum Fenstertag.

Oh du fröhliche. Der 24.12. war 2017 ein Sonntag. Heuer darf dafür frohlockt werden. Der Heilige Abend ist ein Montag und wird sicher von vielen als Fenstertag genutzt, ähnlich wie der 31.12. Vier Urlaubstage bedeuten so elf Tage frei.