Letztes Update am Mi, 25.07.2018 13:18

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Reise

Reisepass ist weg: Tipps für Verhalten bei Diebstahl im Urlaub

Vorsicht vor Trickbetrügern: Wertsachen sollen immer versteckt aufbewahrt werden. Der ÖAMTC rät zudem, stets skeptisch zu sein.

© ÖAMTC(Symbolfoto)



Wien – Mit einer gewissen Regelmäßigkeit häufen sich Meldungen zu Trickdieben und -betrügern, die auf unbedarfte Urlauber warten. Heuer mehren sich solche Meldungen laut ÖAMTC unter anderem aus Italien und Kroatien. Der Autofahrerclub gab deshalb in einer Aussendung am Mittwoch Tipps, wie man sich im Fall eines Diebstahls im Urlaub verhält.

Der Modus Operandi der Täter ist oft ähnlich. Meist verfolgen sie Lenker und bewegen sie durch Handzeichen zum Anhalten. Unmittelbar nach dem Stopp an einer Raststätte oder Tankstelle täuschen die Täter dann eine Beschädigung am Auto vor. Entweder beschuldigen sie das Opfer oder sie geben sich als Helfer aus. In beiden Fällen nutzen sie das Ablenkungsmanöver, um die Lenker zu bestehlen. Der ÖAMTC riet, stets skeptisch zu sein und sich nicht auf Diskussionen einzulassen. Bei Problemen ist umgehend die Polizei zu verständigen. Wertsachen sollten im Auto auch während der Fahrt nicht sichtbar verstaut sein.

Kopien mitnehmen

„Von wichtigen Dokumenten wie Reisepass und Führerschein sollte man Kopien mit auf Reisen nehmen und getrennt von den Originalen aufbewahren“, empfahl ÖAMTC-Touristikerin Kristina Kosnar. „Alternativ kann man die Dokumente auch digital im E-Mail-Postfach oder in einer Cloud ablegen. Darauf hat man von überall Zugriff.“ Um für den Fall eines gestohlenen Passes gerüstet zu sein, legt man sich die Kontaktdaten der österreichischen Vertretung im Urlaubsland sowie zwei Passfotos bereit. Gut beraten ist man ebenfalls, die Telefonnummer für eine eventuelle Kartensperrung parat zu haben.

„Ist man an belebten Plätzen unterwegs, sollte man Wertgegenstände in Bauch- oder Brusttaschen – unter der Kleidung getragen – verstauen und keinesfalls öffentlich damit hantieren“, sagte Kosnar. Größere Mengen Bargeld und Geldkarten lässt man besser im Hotelsafe.

„Ist man Opfer eines Diebstahls im Ausland geworden, muss immer die örtliche Polizei verständigt und umgehend Anzeige erstattet werden“, riet die Touristikerin. „Wichtig ist, sich eine Kopie der Diebstahlanzeige aushändigen zu lassen. Nur damit erhält man notwendige Duplikate und kann, sofern ein entsprechender Versicherungsschutz besteht, Ansprüche geltend machen.“

Botschaft oder Konsulat kontaktieren

Nach Anzeige bei der Polizei ist die österreichische Botschaft oder das Konsulat zu kontaktieren. Dort erhält man einen Notpass. Zurück in der Heimat muss mit der ausländischen Diebstahlsanzeige nochmals Anzeige erstattet werden. „Bei der örtlichen Polizei sollte man sich erkundigen, ob die Diebstahlsanzeige zum Weiterfahren berechtigt“, riet die ÖAMTC-Expertin. „Ein neuer Führerschein kann nur in Österreich ausgestellt werden.“

Bankomat- und Kreditkarten müssen sofort über das Kreditinstitut gesperrt werden. Bestenfalls können Angehörige mittels Überweisung über ein internationales Transferinstitut aushelfen. Ist die Beschaffung von Eigenmitteln absolut nicht möglich, ist das Bürgerservice des Außenministeriums in Zusammenarbeit mit den Vertretungsbehörden im Ausland bemüht, österreichischen Reisenden in solch einer Notlage beizustehen. Nähere Infos findet man unter www.bmeia.gv.at

Auch für das Mobiltelefon gilt: „Sobald man den Diebstahl bemerkt hat, sollte man die SIM-Karte über die Service-Hotline des Betreibers sperren lassen“, erläuterte Kosnar. „Bei dieser Gelegenheit am besten auch alle Passwörter ändern.“ (APA)