Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 02.11.2018


TT-Tourentipp

Die Seegrube - ein Logenplatz hoch über der Stadt

Hoch über den Dächern Innsbrucks findet man mit der Seegrube (1905 Meter) ein beliebtes Ausflugs- und Wanderziel. Bis zum Sonntag (4. November) ist die Gondel noch in Betrieb.

© privatVon oben aus kann man dann auf die herbstliche Landeshauptstadt hinabblicken.



Innsbruck – Wer als Tourist nach Innsbruck kommt, der muss unbedingt hinauf: auf die Nordkette. Besser gesagt auf die Seegrube oder aufs Hafelekar, denn der Ausblick auf die Landeshauptstadt Tirols ist von dort oben wirklich einzigartig. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass sich jährlich Tausende Touristen bequem und in wenigen Minuten mit der Gondel von der Stadt aus nach oben kutschieren lassen.

Nicht nur bei Touristen zählt die „Gruabm“, wie sie gerne bezeichnet wird, als Fixbestandteil im Ausflugs- und Wanderkalender. Speziell Einheimische aus Innsbruck und der näheren Umgebung nützen die Nordkette gerne als Tourenziel. Freilich zu Fuß versteht sich und oft für Trainingszwecke. Ob zu Sonnenuntergang, bei Sonnenaufgang, zeitig in der Früh vor dem Arbeiten oder bei Dunkelheit, alleine ist man auf der Seegrube oder am Hafelekar eigentlich nie. Selbst bei widrigsten Wetterkapriolen trifft man Gleichgesinnte.

Der Seilbahnsteig ist zwar mitunter steil, aber ideales Trainingsgelände.
- privat

Mit der Gondel ist der Besuch der Nordkette natürlich keine Hexerei. Wer allerdings zu Fuß hinauf will, der muss schon Kondition für rund 1000 Höhenmeter (bis zur Seegrube) ab der Hungerburg mitbringen. Bis zum Hafelekar sind es nochmals etwa 300 Höhenmeter zusätzlich. Für die rund 1000 Höhenmeter benötigt ein Durchschnittswanderer ca. drei Stunden. Aber es geht auch viel schneller: Extrem- und Ausdauersportler Philipp Brugger (27) schafft den Weg entlang des Seilbahnsteiges in etwas mehr als 36 Minuten.

Diese Woche waren wir auf den Spuren von Philipp Brugger hinauf zur Seegrube unterwegs. Natürlich viel gemütlicher. Wie so oft führen viele Fußwege nach oben. Wir haben uns dieses Mal für den Seilbahnsteig entschieden. Diese Route ist zwar nicht wirklich die gemütlichste und während des gesamten Aufstieges doch ziemlich steil und anstrengend.

So kommt man über den Seilbahnsteig hinauf zur Seegrube: Wie der Name schon sagt, folgen wir eigentlich immer dem Weg, der unterhalb der Gondel nach oben führt. Wir starten unsere Tour am Parkplatz bei der Hungerburgbahn, folgen dem Weg in Richtung Norden und queren die Asphaltstraße, die in Richtung Arzler Alm führt. Etwa 200 Meter weiter, bis scharf nach rechts das Hinweisschild „Seilbahnsteig“ abzweigt. Geradeaus geht’s zur Umbrüggler-Alm. Nun marschieren wir, zu Beginn noch etwas flacher, bald steiler und teilweise über Wurzelwerk den Seilbahnsteig nach oben bis auf Höhe des „Rastel­bodens“ und queren dabei mehrmals den Forstweg.

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Den Track für die Tour finden Sie direkt unter bit.ly/2AFmHDn

Eigentlich kann man sich nicht verlaufen, da die Richtung mit gelben Hinweisschildern gut ausgewiesen ist. Auf Höhe des Rastelbodens bleiben wir weiterhin auf dieser Route. Auch wenn die Möglichkeit besteht, halblinks den Weg über die so genannte Fleischbank zu nehmen. Direkt unterhalb der Seilbahn bringt uns der weitere Aufstieg vom Rastelboden zuerst mehr oder weniger in direkter Linie, später in einigen Kehren hinauf, bis wir wiederum die Forststraße erreichen.

Noch einmal heißt es Kräfte mobilisieren, denn nun wartet vielleicht das anstrengendste Stück auf uns. Über viele Stufen, die teilweise große und hohe Abstände aufweisen, erreichen wir den Sessellift. Bald haben wir es geschafft. Entweder man nimmt von nun an die breite Schotterstraße hinauf zum Ziel, oder man kürzt über die Grashänge ab. Geschafft. Die Seegrube ist erreicht.

Wir lassen es heute dort bleiben. Wer aber noch Reserven hat, kann die 300 Höhenmeter hinauf zum Hafelekar in Angriff nehmen. Vorsicht aber: Dieser Abschnitt ist zwar nicht schwierig zu begehen, dennoch sollte man sich trittsicher und schwindelfrei fühlen. Innsbruck liegt uns zu Füßen und wir genießen den herrlichen Ausblick, bevor es zurück zur Hungerburg geht. Wir nehmen die Bahn, welche im Freizeitticket inkludiert ist, denn der stürmische Südwind, der Föhn, wirkt ein wenig als Spielverderber. Und für alle, die zu Fuß ins Tal wollen? Entweder man steigt entlang der Seilbahntrasse wieder ab oder man geht den gesamten Forstweg aus, was definitiv länger ist.

Wer allerdings per pedes zurück zur Hungerburg marschiert, kann z.B. noch bei der Höttinger Alm vorbeischauen und Hüttenwirt Bernhard besuchen. Sollte nicht vorzeitig ein Wintereinbruch erfolgen, dann ist die Alm noch bis zum 18. November durchgehend geöffnet.

Übrigens: Bis einschließlich Sonntag (4. November) ist die Nordkettenbahn noch in Betrieb, dann ist allerdings Revisionszeit vom 5. bis 23. November. (flex)

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