Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 23.06.2019


Reise

Mit Drohnen in den Urlaub: Verbote, Regeln und Strafen

Der Drohnen-Boom hält an, die Fluggeräte sind oft mit im Urlaubsgepäck. Was erlaubt ist, ist von Land zu Land verschieden.

Die kleinen und meist preisgünstigen Flugobjekte sind bei vielen mit im Urlaubsgepäck.<span class="TS_Fotohinweis">Foto: APA/dpa</span>

© dpaDie kleinen und meist preisgünstigen Flugobjekte sind bei vielen mit im Urlaubsgepäck.Foto: APA/dpa



Wien — Viele Österreicher haben im Sommerurlaub ihre Drohnen im Gepäck. Doch wer mit dem kleinen Flugobjekt in den Urlaub fliegen möchte, sollte sich gut informieren. „Besitzerinnen und Besitzer von Drohnen sind sich der Risiken und drohenden Strafen meist gar nicht bewusst. Diese können im jeweiligen Urlaubsland durchaus teuer ausfallen", sagt Doris Wendler, Vorstandsdirektorin der Wiener Städtischen Versicherung. In den Top-Urlaubsländern gelten unterschiedliche Regelungen für die Drohnennutzung.

Italien: In vielen Städten wie Rom, Venedig und über dem Vatikan gelten Flugverbote für Drohnen. Darüber hinaus ist es verboten, an Stränden zu fliegen, wenn sich andere Personen dort aufhalten. Eine Haftpflichtversicherung ist verpflichtend.

Kroatien: Hier ist es Urlaubern verboten, Aufnahmen mit einer Kamera-Drohne zu erstellen. Allgemein dürfen Drohnen nur in Sichtweite und maximal 120 Meter über Grund fliegen. Zudem ist eine Genehmigung der kroatischen Flugsicherheit einzuholen und es besteht Versicherungspflicht. Kroatien hat weiters die Drohnen in Kategorien eingeteilt, bei denen nach Gewicht und Geschwindigkeit unterschieden wird.

Spanien: Regionale spanische Behörden können eigene Auflagen erlassen. Zudem herrscht ein Nachtflugverbot für Drohnen über zwei Kilogramm und es ist eine Flughöhe von 121,9 Metern einzuhalten. In jedem Fall gibt es eine Kennzeichnungspflicht, an der Drohne muss eine Plakette mit Name, Adresse, Seriennummer und Drohnentyp montiert sein.

Griechenland: Drohnen-Flüge sind erlaubt, allerdings ist vorab eine Erlaubnis einzuholen, wenn die Distanz zwischen Piloten und Drohne mehr als 50 Meter beträgt. Ohne Genehmigung darf die Drohne in Griechenland nicht höher als 49 Meter über Grund fliegen, außerdem sind Drohnen-Flüge nur bei Tageslicht erlaubt. Wer gegen die Drohnen-Gesetze verstößt, kann ordentlich zur Kasse gebeten ­werden: Der Strafrahmen bewegt sich zwischen 500 und 250.000 Euro. Ganz allgemein gelten in jedem Urlaubsland Flugverbotszonen. So ist etwa ein Abstand von mindestens fünf Kilometern zu Flughäfen einzuhalten. Verletzungen der Persönlichkeitsrechte sind vom Versicherungsschutz ausgenommen.

„Drohnenbesitzer können sich mit wenigen Klicks online gegen Personen- und Sachschäden absichern", informiert Wendler. Schon ab 80 Euro Jahresprämie gelte der Versicherungsschutz in ganz Europa. Als Orientierungshilfe, ob eine Drohne versichert werden muss, hat die Versicherung auf ihrer Website wienerstaedtische.at/drohnencheck einen Drohnencheck eingeführt. (TT)