Letztes Update am Mi, 16.12.2015 15:29

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Durchgespielt

Just Cause 3: Chaos, Explosionen und noch mehr Chaos

Wenn Rico Rodriguez einem Diktator den Krieg erklärt, ist Action gewiss. Auch im dritten Teil der Reihe bleiben die Avalanche Studios ihrem explosiven Gemisch treu.

© Square EnixHochexplosive Tanks werden vom Regime dankbarerweise in allen Stützpunkten platziert.



Von Lukas Schwitzer

Innsbruck – Unzählige Explosionen, die ihre Umgebung in gleißendes Licht hüllen und den Himmel rot färben. Schier endlose Vorräte an Waffen, Munition und Sprengkörpern, um die Umwelt in das Äquivalent eines gut gebräunten Toasts zu verwandeln. Autos, Motorräder, Flugzeuge und Hubschrauber für den Kampf gegen böse Regime-Soldaten und alles, was sich zerstören lässt. Ein Greifhaken und ein Fallschirm, der sich immer wieder selbst einpackt. Und, was natürlich nicht fehlen darf: eine sehr liberale Einstellung gegenüber den Gesetzen der Physik. Das sind die Grundbausteine von „Just Cause“.

Ein Flugzeug während des Fluges stehlen? Für Rico Rodriguez kein Problem.
- Square Enix

Just cause, oder: bloß so.

Der dritte Teil hat also einige Erwartungen zu erfüllen. Denn „Just Cause“ ist Chaos in Reinkultur, wie ein anarchischer Ritt auf einer der vielen im Spiel abgefeuerten Raketen. Natürlich, offiziell geht es um Rico Rodriguez, der als Agent einer sehr spezialisierten Agentur von Beruf Diktatoren stürzt. Eben für einen just cause, eine gerechte Sache, kämpft. Aber eigentlich geht es um etwas völlig anderes, um eine andere Bedeutung des Namens: Frei nach einer Bierwerbung gehen wir auf Chaos-Tournee, bloß so.

In „Just Cause 3“ verschlägt es Rico zurück in seine alte Heimat, die mediterrane Diktatur Medici. Dort schließt er sich, wie gehabt, den Rebellen an und bekämpft die Truppen des bösen Generals Di Ravello. Gut, dass das Regime die Angewohnheit hat, alle wichtigen Einrichtungen rot zu markieren. Alles, was auch nur eine leichte rote Färbung aufweist, ist von da an Freiwild für Rico. Denn die Theorie ist: Verursacht Rico einfach nur genug Schaden und Chaos, wird der Bevölkerung klar, dass die Regierung nicht stabil ist.

Mit dem Wingsuit kann Rico durch die Lüfte gleiten. Etwas Übung ist dafür aber nötig.
- Square Enix

Um fair zu sein: „Just Cause 3“ hat durchaus auch in der Story seine Momente. Insgesamt steckt aber mehr Witz als Sinn hinter der Kampagne. Und es ist auch nebensächlich, nur ein Bruchteil der Spieler wird den Titel tatsächlich bis zum Ende durchspielen. Die meiste Spielzeit wird hingegen für sinnlose Zerstörung aufgewendet werden. Bloß so.

Fliegen oder Abstürzen?

Zusätzlich zum Greifhaken, mit dem wir uns wieder an alle möglichen und unmöglichen Stellen und Fahrzeuge heften können, bekommt Rico diesmal auch noch einen Wingsuit. Mit diesem kann er von einer Klippe springen und wie Superman in seinen besten Jahren durch die Lüfte segeln. Oder bei den ersten Versuchen zunächst einem Vogel Strauß gleich Kopf voraus im Sand landen.

Technisch weist das Spiel kaum spezielle Eigenschaften auf. Die Grafik ist gut, aber nicht überragend, der Sound ebenfalls leicht ausreichend. Lange Ladezeiten vor Missionen frustrieren manchmal enorm, auch kann das Bild bei großen Explosionen schon mal ins Stocken geraten. Diese Probleme sollten aber mit Patches korrigiert werden können, auch wenn sie gar nicht erst auftreten sollten.

Fazit

„Just Cause 3“ ist das ultimative Werkzeug zum Aggressionsabbau. Alles um sich herum in die Luft zu jagen, auf Autos zu surfen oder an Hubschraubern hängend durch die Luft zu segeln, entspannt eben ungemein. Aber es müssen gar keine solchen Gründe sein, die uns nach Medici locken. Wir können die Freiheit der riesigen Welt genießen, alles vom Meeresgrund bis zu den höchsten Berggipfeln erkunden und die Schönheit einer Küstenstraße auf einem Motorrad genießen. Und dazwischen eben farbenfroh etwas explodieren lassen. Just cause.

- Square Enix

Entwickler: Avalanche Studios

Publisher: Square Enix

„Just Cause 3“ ist für Windows-PCs, Playstation 4 und Xbox One erhältlich.

Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.