Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 15.04.2016


e-Future-Day

Auf dem Weg ins digitale Klassenzimmer

© Der Einsatz von Handys im Unterricht ist umstritten – Experten fordern statt Verboten eine aktive Nutzung und Aufklärungsarbeit.Symbolfoto: Olaf Seier



Innsbruck – Acht von zehn Lehrern bereiten ihre Stunden digital vor. Aber nur jeder zweite Pädagoge setzt die Elemente dann auch im Unterricht ein. Statistische Daten, die gestern beim 4. eFuture-Day am Grillhof präsentiert wurden – und die zeigen, dass der Einsatz von digitalen Medien an den heimischen Schulen noch immer schwierig ist. Zahlreichen interessierten Lehrern aus den heimischen NMS und der AHS-Unterstufe erklärte Martin Bauer vom Unterrichtsministerium, dass man die Lücke zwischen Vorbereitung und Unterrichts­einsatz Schritt für Schritt schließen möchte.

80 Prozent der Lehrer und 90 Prozent der Schüler halten digitale Lehrmaterialien laut einer aktuellen Befragung des Ministeriums für wichtig. Dass es noch immer diverse Killerargumente gegen ihren Einsatz gibt, liegt für Hauptredner Thomas Strasser von der Pädagogischen Hochschule Wien teilweise an der „Verbotskultur“ in den heimischen Klassenzimmern. Diese sei „kontraproduktiv“, das Handy sollte vielmehr in den Unterricht eingebunden werden. Einen schlechten Unterricht würden die digitalen Hilfsmittel nicht besser machen, einen guten Unterricht aber sehr wohl, so erklärte Strasser, der einen schrittweisen Kurswechsel einforderte. „Digitale Szenarien in leicht verdaulichen Häppchen implementieren“, erklärte der Experte den Zuhörern. Mit aktiver Aufklärungsarbeit könnte dies gelingen. Pädagogen würden heutzutage noch immer das Fachwissen brauchen, man müsse sich aber der Vielseitigkeit der modernen Technologie auch öffnen. In mehreren Workshops wurde der eFuture-Day von Landesschulrat, Pädagogischer Hochschule und dem Tiroler Bildungsservice intensiviert. (mw )